Statt Kichererbsen-Hummus ist der Aufstrich hier aus schwarzen Bohnen von einem Biohof bei Erding, die Obst- und Gemüsesorten in verschiedenen Gerichten wechseln je nach Saison, das Brot kommt von einer Bäckerei nur wenige Straßen weiter: Im Café Francesca in der Franz-Joseph-Straße lässt sich nicht nur gemütlich frühstücken, dahinter steht auch ein Konzept mit Haltung.
Alles hier ist vegetarisch, zum Teil vegan und: gesundheitsbewusst. Inhaberin Anna Baisch legt außerdem großen Wert auf möglichst saisonale und regionale Produkte. „Ich möchte meinen Gästen näherbringen, was Deutschland alles zu bieten hat“, sagt sie.
Dabei gibt sich das Francesca überhaupt nicht pedantisch. Im Café selbst findet Nachhaltigkeit fast beiläufig statt, weder aus der fleischlosen Speisekarte noch aus den besonderen Zutaten wird ein großer Hehl gemacht. Überzeugen will Baisch augenscheinlich mit etwas anderem: leckerem Essen und urgemütlicher Atmosphäre.
Und es funktioniert: Auf der Theke surrt an einem Samstagmorgen fleißig die Siebträgermaschine, auf gepolsterten Bänken sitzen Gäste im Schneidersitz, vertieft in Zwiegespräche, zwischen ihnen liebevoll angerichtete Speisen auf rustikaler Keramik.
Was man darauf besonders häufig sieht: das knusprige Sauerteigbrot der Bio-Bäckerei Brotraum. Das gibt es zum Beispiel in Form eines Grilled-Cheese-Sandwiches mit karamellisierten Zwiebeln (12 Euro), oder üppig mit Aufstrich, Gemüse und Pickles belegt (auch vegan, 14,50 Euro). Wer es etwas ausgefallener will, probiert die Kombination mit Zitrusquark, Apfel-Zwetschgenmus und Olivenöl (11 Euro). Besonders opulent kommt das Shakshuka mit Bio-Stundeneiern daher, deren dickflüssiges Eigelb sich hervorragend auf den getoasteten Brotscheiben verteilen lässt (10,50 Euro).
Auch, wer es lieber süßer mag, wird fündig: etwa mit den frisch gebackenen veganen Waffeln, mit einer luftig-cremigen Mandel-Ganache und marinierten Früchten (13,50 Euro). Auf Wunsch gibt's die sogar mit glutenfreiem Mehl.


Allein die Portionsgrößen könnten etwas größer sein. Wie gut, dass einen von der Theke noch eine Auswahl an Kuchen und Gebäck anlacht. Neben einer Reihe von Klassikern wie Bananenbrot und Käsekuchen probiert Betreiberin Baisch hier gerne neue Rezepte aus, ein paar vegane Optionen sind immer dabei. Und klar: Die Kaffeespezialitäten gibt es auch mit Hafer- und Kokosmilch, ohne Aufpreis.
Unter der Woche ergänzen außerdem wechselnde Tagesgerichte das Angebot. Bis 14 Uhr werden die Brunch-Gerichte in der Küche zubereitet, sodass auch einem Langschläferbrunch nichts im Weg steht, das danach bis 17 Uhr zum Kaffee- und Kuchenklatsch ausgedehnt werden kann. Und: Auch Hunde sind im Francesca willkommen.
Anna Baisch öffnet ihr Café übrigens auch für Events wie Kreativ-Workshops, in Zukunft möchte sie ihre Wände als Ausstellungsfläche für Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung stellen. Denn auch das ist Teil des Konzepts von Baisch: Einen Ort zu schaffen, der Menschen zusammenbringt. Es scheint ihr gelungen zu sein.
Café Francesca, Franz-Joseph-Straße 30, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 9 bis 17 Uhr, Sonntag 10 bis 17 Uhr, Onlinereservierung möglich

