Stammtisch in der MaxvorstadtKatharina Schulze und Cathy Hummels – ein „Perfect Match“

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Da haben sich zwei gefunden: Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze (links) und Unternehmerin Cathy Hummels (rechts) sprechen über das Frausein.
Da haben sich zwei gefunden: Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze (links) und Unternehmerin Cathy Hummels (rechts) sprechen über das Frausein. Florian Peljak

Im Alten Simpl sind zwei höchst unterschiedliche Frauen aufeinandergetroffen. Dabei herausgekommen ist ein unterhaltsames Gespräch über Mode, Frausein – und dann doch auch Politik.

Von Lisa Torjuul

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Dass sie in dieser Kombination so manche irritieren, wissen Cathy Hummels und Katharina Schulze genau. Trotzdem strahlen sie an diesem Samstagnachmittag wie zwei frisch Verliebte, die sich endlich gefunden haben. Unternehmerin Cathy Hummels (38) und Katharina Schulze (40), Grünen-Fraktionschefin im bayerischen Landtag, teilen nicht nur ihren Vornamen: Beide sind Mütter, beruflich erfolgreich und – vielleicht am wichtigsten – Frauen. Und beide haben ihren eigenen Stammtisch: „Cathys Stammtisch“, ein Podcast, und „Schulzes Stammtisch“, ein Dialog-Format. „Weil wir beide Räume schaffen wollen, um wieder mehr miteinander zu sprechen statt übereinander. Und wo geht das besser als am Stammtisch?“, sagt Schulze.

Der Alte Simpl in der Maxvorstadt ist an diesem 28. März bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Tische sind voll beladen mit Brezn, Obazda und Käse. Unermüdlich balanciert das Service-Team Tabletts durch den Raum, mit Krautsalat und veganen Mini-Hamburgern, mit Leberkäs und Currywurst. Hummels’ und Schulzes „Stammtisch hoch zwei“ soll Menschen zusammenbringen, Vorurteile abbauen und ein Ort der Vernetzung sein, sagen sie. Mit dabei sind geladene Gäste wie Modelagent Peyman Amin, Journalistin Carolin Matzko und Schauspieler Ben Blaskovic, außerdem Unternehmerinnen, Influencer und Lokalpolitikerinnen wie Mona Fuchs, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Münchner Stadtrat. Viele tragen Tracht, so stand es in der Einladung. Aus Liebe zu Bayern, sagt Hummels, warum nicht?

Die Gastgeberinnen gehen dabei mit gutem Beispiel voran: Hummels in Schwarz mit Glitzer, Schulze in Rosa mit Blümchen. Das darf wohl erwähnt werden, schließlich haben die beiden auch über ihr Interesse für Mode zusammengefunden. Zum ersten Mal getroffen hätten sie sich beim Neujahrsempfang des bayerischen Ministerpräsidenten, erzählt Hummels: „Wir haben so viele Gemeinsamkeiten und haben gemerkt, dass wir ein Perfect Match sind.“

Der Stammtisch hoch zwei im Alten Simpl in der Maxvorstadt war gut besucht.
Der Stammtisch hoch zwei im Alten Simpl in der Maxvorstadt war gut besucht. Foto: Florian Peljak

Eigentlich sollte es heute gar nicht um Politik gehen, so hatten die zwei das zumindest auf Instagram angekündigt. „Über alles, nur nicht über Politik“ würden sie sprechen, „zwei Münchner Mädels und Mamas“ im Gespräch. Es geht dann aber doch primär um Politik. Kein Wunder, schließlich ist Frausein das Thema des Tages. „Frausein im Jahr 2026 ist immer politisch“, sagt Katharina Schulze und erntet tosenden Applaus.

Die beiden sprechen aus aktuellem Anlass über Collien Fernandes und digitale Gewalt, über Männer, Elternzeit und Sorgearbeit, Solidarität unter Frauen und darüber, was es heißt, als Frau in der Öffentlichkeit zu stehen. „Egal, was ich mache“, erzählt Katharina Schulze, „es gibt immer irgendjemanden, der meint, ich wäre zu laut, zu leise, zu dick, zu dünn, ich gehöre vergewaltigt oder nur mit der Kneifzange angefasst“. Wo die Wut der Frauen denn sei, fragt eine Zuhörerin – dabei ist sie schon spürbar im Raum, die Wut. Und gleichzeitig Freude daran, zusammenzukommen, um darüber zu sprechen. „Wir Frauen müssen aufhören, uns an das System anzupassen – das System muss sich verändern“, sagt Schulze.

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Cathy Hummels kann an politischen Einordnungen erwartet wenig beitragen und witzelt selbst darüber. Dafür bietet sie allerlei Lebensweisheiten. „Kommunikation ist alles“ zum Beispiel. Und dass die Kompetenz sich durchsetzen werde: „Ich weiß, dass ich immer unterschätzt werde. Aber je mehr ich dagegen ankämpfe, desto mehr verstelle ich mich. Ich mache das nicht mehr.“

Auch der ehemalige TV-Juror Peyman Amin meldet sich zu Wort: „Als Cathy mich eingeladen hat, dachte ich: Oh Gott, Politik, überhaupt nicht mein Ding. Und jetzt sitze ich hier und fühle mich informiert auf eine unterhaltsame Art und Weise.“ Politik, die Peyman Amin Spaß macht – das muss man erst mal schaffen. Zum Abschluss hält Schulze noch ein brennendes Plädoyer für die Demokratie. „Lang lebe die Demokratie“, pflichtet Hummels bei und hebt ihr Glas. „In diesem Sinne: Prost!“

Später ein Gespräch am Tisch. Katharina Schulze scrollt durchs Handy und zeigt Fotos ihrer Kinder, die heute ein Museum besuchen. „Schau mal, wie gut er schon laufen kann!“ Hummels ist hin und weg. Dann werden Fotos gemacht, ein kleiner Tanz, vor dem Aufsteller fallen sich die beiden in die Arme. Sie lachen. Abends ein Rückblick auf Instagram: Es war so, „wie es ist, wenn man sich einfach versteht und sich von Herzen gern hat“. In diesem Sinne: Prost!

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