NymphenburgSchüler verbreiten Liste mit Gewaltdrohungen

Nach dem Vorfall wollte die Polizei an der Schule Fragen beantworten und über Risiken von unbedachten Posts in den sozialen Medien aufklären (Symbolbild).
Nach dem Vorfall wollte die Polizei an der Schule Fragen beantworten und über Risiken von unbedachten Posts in den sozialen Medien aufklären (Symbolbild). Marijan Murat/dpa

Zwei Lehrer wenden sich an die Polizei, die durch einen Handschriften-Vergleich schnell zwei Jugendliche als tatverdächtig ermittelt. Der 16- und der 17-Jährige sprechen von einem Scherz.

Von Stephan Handel

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Es gibt Scherze, bei denen versteht die Polizei keinen Spaß – das erfuhren nun zwei Schüler einer Mittelschule in Nymphenburg. Zwei Lehrer der Schule erschienen am Donnerstagabend bei der Polizeiinspektion Neuhausen: Auf der Social-Media-Plattform Snapchat kursiere ein Foto eines handgeschriebenen Zettels, auf dem mehrere Schüler der Schule namentlich genannt seien und auf dem Gewalttaten angedroht worden seien.

Unter anderem durch Vergleich der Handschriften konnten zwei Jugendliche, 16 und 17 Jahre alt, identifiziert werden. Sie wurden beide an der Wohnanschrift des einen angetroffen. Dabei fand sich auch das Original der Namensliste – jedoch keine Waffen oder Ähnliches. Sie wurden vernommen, erkennungsdienstlich behandelt und ihren Eltern übergeben. Keiner der beiden ist bisher bei der Polizei in Erscheinung getreten.

Die beiden Schüler erklärten, es habe sich bei der Liste um einen Scherz gehandelt. Dennoch wurden beide wegen der Androhung von Straftaten angezeigt. Hierfür können Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren verhängt werden.

Am Freitag sollten Jugendbeamte des Polizeipräsidiums die betroffene Schule für sogenannte Gefährdetenansprachen besuchen. Dabei sollten sie einerseits Fragen der Schüler beantworten und eventueller Verunsicherung entgegentreten, andererseits über Risiken und Gefahren bei unbedachten Social-Media-Posts aufklären.

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