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Stadtrat:FDP schlägt "Schockampeln" für München vor

"Schockampeln" sorgen dafür, dass der erschrockene Gesichtsausdruck des Betroffenen fotografiert und auf einer Videotafel am gegenüberliegenden Straßenrand gezeigt wird.

Das System soll Fußgängern, die bei Rot über die Ampel gehen, mit quietschende Reifengeräuschen einen Schrecken einjagen. OB Dieter Reiter hält jedoch nicht besonders viel von der Idee.

Im Stadtrat hat Thomas Ranft von der FDP am Mittwoch den Antrag gestellt, an einer Fußgängerampel in München eine "Schockampel" zu installieren. Ranft bezieht sich auf ein angeblich aus Paris stammendes System, das Fußgängern, die bei Rot über die Ampel gehen, durch Unfallgeräusche einen gewaltigen Schrecken einjagen soll.

Die "Schockampeln" sorgen aber nicht nur dafür, dass quietschende Reifengeräusche zu hören sind, sobald jemand bei Rot über die Straße geht. Außerdem wird der erschrockene Gesichtsausdruck des Betroffenen fotografiert und auf einer Videotafel am gegenüberliegenden Straßenrand gezeigt - zusammen mit der Warnung, dass man dem Tod durch sein Verhalten doch bitte besser nicht ins Gesicht blicken möge.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hält "Schockampeln" für Aktionismus. "Das erinnert mich stark an die abschreckenden Bilder auf den Zigarettenpackungen", sagte Reiter am Donnerstag. "Ich weiß nicht, ob sich jemand, der sich jetzt schon nicht um die Ampelfarbe kümmert, von einer "Schockampel" abhalten lässt." Vielleicht erschrecke es den einen oder anderen, sagte Reiter. Er habe auch kein Problem, wenn man nun teste, ob so eine Ampel etwas bringe. "Aber spontan hält sich meine Begeisterung in Grenzen."

Tatsächlich handelte es sich bei der Pariser Schockampel um einen eintägigen Versuch im Jahr 2017, bei dem ein Video gedreht wurde, um auf Gefahren für Fußgänger aufmerksam zu machen, die bei Rot über die Straße gehen.

Anmerkung der Redaktion: In der ersten, von dpa verbreiteten Fassung entstand der Eindruck, es handle sich um eine feste Installation. Dies ist nicht der Fall.