Corona-Pandemie:Schlange stehen für den Schnelltest

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Corona-Pandemie: Lange Schlangen, wie hier vor der Asam Apotheke in der Sendlinger Straße, muss man in Kauf nehmen, wenn man in München einen Corona-Test machen will.

Lange Schlangen, wie hier vor der Asam Apotheke in der Sendlinger Straße, muss man in Kauf nehmen, wenn man in München einen Corona-Test machen will.

(Foto: Stephan Rumpf)

Wer in München kurzfristig einen Corona-Test braucht, hat oft Pech: Der Andrang bei Apotheken und Teststationen ist riesig.

Von Catherine Hoffmann

Die Antwort fällt knapp aus: "Lange Schlangen", sagt Gerhard Bieber, Sprecher der Johanniter in München, als man ihn fragt, wie die Lage in den Schnelltest-Zentren des Rettungsdiensts ist. Die Johanniter betreiben vier Schnelltest-Stellen in der Stadt und zwei im Landkreis. "Durch die 2G-plus-Regeln ist die Nachfrage immens gestiegen; sie übertrifft deutlich unsere Kapazitäten", sagt Bieber. An den meisten Standorten könne man Tests nur noch mit Termin anbieten, beispielsweise im Olympiapark. "Die Erwartungshaltung ist groß: Wer einen Termin hat, will pünktlich drankommen, wer keinen hat, will aber trotzdem zügig einen Test machen", sagt Bieber. Für ein größeres Angebot fehle es an Räumlichkeiten und auch am Personal.

Schlange stehen vor Teststationen und ausgebuchte Terminlisten bei Apotheken sind Alltag, seit die Corona-Regeln in Bayern verschärft wurden. Seit vergangenem Mittwoch gilt zum Beispiel für Besucher von Theatern und Konzerten, für Zuschauer im Sport, und für alle, die ins Fitnessstudio oder Schwimmbad gehen wollen, die 2G-plus-Regel. Rein kommen nur Geimpfte und Genesene, die zusätzlich einen negativen Corona-Test vorzeigen können. Zudem wird sowohl am Arbeitsplatz als auch in Bussen und Bahn ein 3G-Nachweis verlangt. Wer weder geimpft noch genesen ist, muss sich also testen lassen.

Wo es Schnelltests in München gibt, zeigt "Testen München", eine interaktive Karte der Stadt. Im Zentrum findet man gerade einmal eine Handvoll Einträge. Darunter das Corona-Testcenter in der Kaufingertor-Passage, das Soforttermine verspricht. Am Freitagmittag sind allerdings alle Termine für den Tag schon vergeben und für Samstag ist gerade noch ein Slot frei. Im Testzentrum Hofbräukeller am Wiener Platz sind die Termine für Freitag vergriffen, Samstag ginge noch etwas. Geduld ist auch in den Apotheken gefragt, die testen. In der Asam Apotheke zum Beispiel sind bereits am Freitag viele Termine für Samstag schon ausgebucht. Testende Apotheken findet man auf "Mein Apothekenmanager", einer Seite des Apothekerverbandes.

Auch Jens Psczolla berichtet von einer "sehr starken Nachfrage". Er ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Konzept-A, die knapp 380 Apotheken betreut und ihnen mit "Schnelltest Apotheke" auch eine Online-Plattform zur Verfügung stellt, auf der sie Corona-Tests anbieten können. Der Zugriff auf die Internetseite habe sich in der vergangenen Woche verfünffacht. Acht Münchner Apotheken sind dort zu finden, etwa Dr. Beckers Central Apotheke im Stachus-Einkaufszentrum.

"Es gibt gerade nicht viele Timeslots für einen Schnelltest", sagt Psczolla, der gerne noch mehr Apotheken zum Testen ermutigen würde. "Vielen mangelt es aber an Personal, weil Schwangere nicht in der Apotheke arbeiten dürfen, Mitarbeiter krank oder Kinder von Beschäftigten in Quarantäne sind", sagt der Berater. Immerhin fehlt es ihm nicht an Testkits. "Wir schaffen es, unsere Kunden zu versorgen, aber es geht nicht mehr so schnell", sagt Psczolla. "Bis vor kurzem haben wir über ein Partnerunternehmen binnen 24 Stunden geliefert, jetzt dauert es 48 Stunden, weil sie mit dem Packen nicht hinterherkommen."

Beim Bayerischen Apothekerverband heißt es allerdings, "dass in manchen Apotheken die Nachfrage nach Selbsttests nicht befriedigt werden kann". Die Tests sind derzeit besonders begehrt, weil viele Bürger Gewissheit haben wollen, bevor sie ihre Familie oder Freunde besuchen. Und Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitern neuerdings zweimal in der Woche einen Test anbieten, auch sie kaufen in den Apotheken ein.

Angesichts der Engpässe sollte ein Schnelltest nach Möglichkeit vorausschauend geplant werden, empfiehlt Johanniter-Sprecher Bieber. "Wer morgen Abend ins Fitnessstudio gehen möchte, sollte spätestens heute Abend einen Termin organisieren."

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