Der Winter hat wieder zugeschlagen: In München liegt seit dem Mittwochmorgen eine dünne Schneedecke. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Glätte. Denn bei Temperaturen um die null Grad können Niederschläge auf dem Boden schnell vereisen. Bis zum Mittag soll es weiter schneien.
Die glatten Böden sorgten am Morgen auf Münchens Straßen für Beeinträchtigungen. Bei der S-Bahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln kam es auf einigen Linien zu Verspätungen, der Betrieb lief aber weitgehend normal.


Der Wintereinbruch ist nicht so stark wie in anderen Teilen Bayerns – und längst nicht so dramatisch wie im Januar vor 40 Jahren. Damals herrschten in der Stadt extreme Minusgrade. Am 8. Januar 1985 kletterte das Thermometer den ganzen Tag lang nicht über -17,1 Grad – so kalt war es danach nie wieder in der Stadt. Der Tiefpunkt lag in jenen Stunden in der Innenstadt bei -21 Grad, in Riem wurden sogar -27,6 Grad gemessen.
In der Süddeutschen Zeitung stand über die Tage im Januar 1985: „Da mussten entgleiste Trambahnen wieder eingegleist und Eisstaus an Stadtbächen aufgesägt werden, es gab Eiszapfen zu beseitigen (der größte war sechs Meter lang und einen Meter dick), das Stachus-Untergeschoss und das Hofbräuhaus wurden durch geplatzte Rohre unter Wasser gesetzt, und einmal galt es sogar drei Millionen Eier zu retten, die sonst auf einem Lastzug zu tief gekühlt worden wären. Viele Schüler kriegten frostfrei, weil es die Heizungen in etlichen Schulhäusern nicht mehr derpackten, für die Schwäne im Olympiasee musste für täglich 500 Mark ein Loch ins Eis gehackt werden, und für kältegeschädigte Fledermäuse fand man ein Notquartier im Chinesischen Turm.“
Die S-Bahn-Türen froren zu, die Weichen am Hauptbahnhof funktionierten nicht mehr, heißt es in dem Artikel. So brutal hat der Winter 40 Jahre später jedenfalls nicht zugeschlagen.

