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Ranking:München schläft gut

Ein Start-up hat Daten zur weltweiten Schlafqualität zusammengesammelt. Dabei belegt die Landeshauptstadt Platz acht. Der Nachtruhe-Vergleich bietet unterhaltsame Einblicke - etwa wie lange die Münchner im Schnitt pro Nacht schlafen.

Von René Hofmann

Sieben Stunden und fünf Minuten: So lange schlafen die Menschen, die in München wohnen, angeblich jede Nacht im Durchschnitt - womit sie die Augen genauso lange geschlossen haben wie die Bewohnerinnen und Bewohner von Leipzig, Stuttgart, Düsseldorf und Bremen. Trotzdem ist es in der bayerischen Landeshaupt um die Nachtruhe insgesamt ein bisschen besser bestellt als in den meisten anderen deutschen Städten. Lediglich in Dresden kommen die Menschen etwas besser durch die Nacht. So zumindest sieht es ein Index, den ein Berliner Start-up an diesem Dienstag veröffentlich hat.

Schlaf ist ein gesellschaftliches Mega-Thema. 2009 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Leitlinien zum Schutz der Bevölkerung vor nächtlicher Lärmbelastung eingeführt. In ihren Klassifikationen unterscheidet die Organisation mittlerweile mehr als 80 verschiedene Schlafstörungen. Im Jahr 2017 gab bei einer Studie der Techniker-Krankenkasse ein Drittel der Befragten aus Deutschland an, sie schliefen schlecht.

Die Nachtruhe ist auch ein veritables Geschäftsfeld. Unter anderem auf diesem bewegt sich die Berliner Firma VAAY, die den Vergleich nun vorlegt. In ihrem Sortiment hat sie auch Hanf- und Cannabidiol (CBD)-Produkte, die das Schlummern unterstützen sollen. Zu 75 Städten weltweit ließ das Unternehmen Daten zum Thema Schlaf zusammensammeln. Diese wurden nicht neu erhoben; in die Liste kamen nur Orte, für die vergleichbare Studien vorlagen, etwa von der Harvard University, der WHO oder der Sleep Foundation. Auf eine Minute hin oder her sollte die Erhebung deshalb niemand durchkämmen, in der Gesamtschau aber bietet sie doch unterhaltsame Einblicke in die Schlafzimmer - und nicht nur in die in Isarnähe.

München schneidet im Bundesvergleich mit einem Gesamtscore von 81,5 am zweitbesten ab, hinter Dresden (82,2) und vor Bremen (80,5), Düsseldorf (78,8), Köln (78,5), Stuttgart (77,0), Leipzig (76,7), Hamburg (73,5), Frankfurt am Main (70,6) und der Party-Metropole Berlin (69,5). Für die Zahl ist die Zeit, die die Menschen in den Betten liegen, nur ein Faktor.

In Portland schlafen die Menschen wohl am längsten

Miteinander verglichen wurde auch, wie es um die Gesundheit der Menschen in den jeweiligen Städten steht und wie um die Luftverschmutzung und die Lärmbelastung, wie die Wirtschaft läuft, wie viel Stress die Menschen ausgesetzt sind (etwa durch lange Pendelwege) - und wie viel Koffein, Nikotin und Alkohol konsumiert werden. All dies, so die Annahme, dürfte schließlich einen Einfluss auf die nächtliche Erholung haben.

Sieger weltweit ist in diesem Ranking Amsterdam (Gesamtscore 100) vor Auckland (96,2), Glasgow (88,6), Liverpool (87,5), Stockholm (84,3) und Dublin (83,4). München belegt hinter Dresden Platz acht. Am längsten schlafen die Menschen angeblich in Portland im US-Bundesstaat Oregon (im Schnitt sind es dort pro Nacht sieben Stunden und 23 Minuten), am kürzesten ist die Nachtruhe in Tokio (6h 28 min), Seoul und Las Vegas (6h 33 min), die damit auch ziemlich am Ende des Rankings stehen. Auf den mit Abstand schlechtesten Gesamtscore (1,0) kommt allerdings die brasilianische Industriemetropole São Paulo.

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SZ vom 12.05.2021/wean
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