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Pläne der Deutschen Bahn:"Das ist nicht akzeptabel"

Empörung über Zugausfälle bei der S-Bahn schwillt an

Wegen der monatelangen Ausfälle bei der S-Bahn steht die Bahn zunehmend unter Druck. Auf Drängen des bayerischen Verkehrsministeriums hat die Bahn nun einen Krisenstab eingerichtet, der von Bayerns Bahnchef Klaus-Dieer Josel geleitet wird. "Wir erwarten, dass in der kommenden Woche das Ersatzkonzept steht und konkrete Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt werden", sagte Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) am Freitag. Der Krisenstab tagt bereits, wann es erste Ergebnisse gibt, konnte eine Bahnsprecherin am Freitag noch nicht sagen.

Unter anderem wegen fehlender Fahrzeuge sollen bis Dezember bei den Linien S3 und S8 sämtliche Taktverstärker entfallen, die in der Hauptverkehrszeit den Fahrplan auf einen Zehn-Minuten-Takt verdichten. Zusätzlich sollen bei S 2 und S 20 einzelne Züge entfallen. Um ihre bestehende Flotte aus 238 Zügen der Baureihe 423 zu verstärken, will die Bahn 36 alte Züge vom Typ 420 auf die Schiene schicken. Diese müssen allerdings erst aufwendig mit moderner Leittechnik nachgerüstet werden - was länger dauert, als geplant.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) äußerte seinen Unmut in der Verbundratsitzung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). "So kann man mit den Pendlerinnen und Pendlern nicht umspringen", sagte Reiter. "Und das ausgerechnet zu einer Zeit, in der die S-Bahn durch Unzuverlässigkeit und häufige Ausfälle sowieso schon Negativschlagzeilen am laufenden Band macht", kritisierte er. Natürlich müsse die Infrastruktur erneuert werden, aber die jetzige Ankündigung lasse eine verantwortungsvolle Planung vermissen. "Wie soll es gelingen, die Menschen vom eigenen Auto zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr zu überzeugen? Das ist nicht akzeptabel." Reiter sieht Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Pflicht, der bereits erklärt hatte, er erwarte eine "zeitnahe Lösung". Dachaus Landrat Stefan Löwl (CSU) zeigte sich "frustriert". Er halte die Kommunikation der Bahn-Pläne für schlecht, sehe aber ein, dass die Arbeiten gemacht werden müssen. Die Grünen sehen die Schuld bei der Staatsregierung und sprechen von einem "Totalversagen".