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Verspätungen:Die Münchner S-Bahn ist "nicht zufriedenstellend"

S-Bahn an der Hackerbrücke in München, 2017

Die S-Bahn wird von vielen Faktoren gebremst. Ein Klassiker, gegen den jetzt neue Deckenverkleidungen helfen sollen, sind Luftballons in der Oberleitung.

(Foto: Stephan Rumpf)

Zu diesem deutlichen Urteil kommt die Bayerische Eisenbahngesellschaft. Nur 93,8 Prozent der Züge fuhren im vergangenen Jahr pünktlich - das war früher deutlich besser.

"Jede Sekunde zählt" erinnert die Bahn ihre Fahrgäste auf Infodisplays. Und damit meint sie es durchaus ernst. Denn in Sachen Pünktlichkeit ist bei der S-Bahn München nach Angaben der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) deutlich Luft nach oben. Bei 1000 Zügen pro Tag auf der Stammstrecke summieren sich auch kleine Verzögerungen zu größeren Verspätungen.

Nur 93,8 Prozent der Züge kamen im Jahr 2019 pünktlich, das ist sogar noch etwas schlechter als im Jahr davor, als der Wert bei glatt 94 Prozent lag. Besonders schlecht lief es 2019 im Februar (92,7 Prozent) und im Dezember (92,4). Die Ursachen waren klassisch: Fremdeinwirkungen wie Passagiere im Gleis oder Kurzschlüsse durch Ballons, Störungen der Leit- und Sicherungstechnik oder Baustellen. "Nicht zufriedenstellend", urteilt die BEG, vor allem, weil die Werte in früheren Jahren schon mal besser waren. 2017 etwa kam die S-Bahn auf 96 Prozent.

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2019 litten die Fahrgäste auch unter vielen Ausfällen der sogenannten Taktverstärker - welche übrigens nicht in die Pünktlichkeitswerte einfließen, sondern separat erfasst werden. Nachdem die Ausfallquoten von Januar bis Juli 2019 (bezogen auf die ausgefallenen Zugkilometer) jeweils zwischen drei bis vier Prozent lagen, stiegen diese Quoten später deutlich an: Im August fielen 8,5 Prozent der Züge aus, im der September 5,2 und im Oktober sechs Prozent, nicht zuletzt weil es an Fahrzeugen und Personal mangelte.

Auch die Bahn ist mit den schlechten Werten nicht zufrieden. Das Verkehrssystem habe längst die Grenzen seiner Kapazität erreicht. Deshalb hat die Bahn die Eingangsbereiche der Züge großzügiger gestaltet, um schnelleres Aus- und Einsteigen zu ermöglichen, die Stammstrecke eingezäunt und auf vielen Weichen Sensoren angebracht, die vor möglichen Ausfällen warnen. Um Strafzahlungen wird sie auch dieses Jahr nicht herumkommen.

© SZ vom 24.01.2020 / schub/syn
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