Nach fast zehn Tagen mit vollen Zügen und Fahrtausfällen wegen Bauarbeiten fährt die Münchner S-Bahn wieder regulär auf der Stammstrecke, jedenfalls weitgehend. Einzelne Verbindungen fielen auch am Montag aus, sagte eine Bahnsprecherin am Vormittag. Betroffen waren vor allem S-Bahnen, die in Stoßzeiten zusätzlich für einen engeren Takt unterwegs sind.
Zwar seien die geplanten Arbeiten im Bereich Laim in der Nacht auf Montag „weitestgehend abgeschlossen“ worden, sagte die Sprecherin. Aufgrund von Nachprüfungen könne es allerdings noch zu Verspätungen auf der Stammstrecke kommen. Hintergrund sei eine „Signalstörung, deren Ursache aktuell ermittelt wird“. Die Infrastruktur-Tochter der Deutschen Bahn, die DB Infrago, wolle die Probleme schnellstmöglich beheben.
Wegen der Arbeiten zum Bau der zweiten Stammstrecke war der westliche Teil der Innenstadtroute, auf der fast alle S-Bahnlinien unterwegs sind, tagelang gesperrt worden. Die Folge waren überfüllte Regionalzüge, Verwirrung bei vielen Fahrgästen über geänderte Routen und Verspätungen durch volle Gleise in Richtung Hauptbahnhof.

SZ Good News:Gute Nachrichten aus München – jetzt auf Whatsapp abonnieren
Mehr positive Neuigkeiten im Alltag: Die Süddeutsche Zeitung verbreitet jeden Tag auf Whatsapp ausschließlich schöne und heitere Nachrichten aus München und der Region. So können Sie ihn abonnieren.
Der Fahrgastverband Pro Bahn Oberbayern schreibt in einer Mitteilung von einer „Woche voller Zumutungen für die leidgeprüften Fahrgäste in München“. Fahrgäste aus dem Umland hätten zeitweise am Hauptbahnhof nicht mehr in ihre Regionalzüge steigen können, weil diese bereits durch den innerstädtischen Ausweichverkehr völlig überfüllt waren.
„Solch katastrophale Zustände dürfen sich nicht wiederholen“, fordert der Vorsitzende von Pro Bahn Oberbayern, Norbert Moy. Eine mehrtägige Sperrung der Stammstrecke ohne einen leistungsfähigen Ersatzverkehr auf der Schiene dürfe es nicht mehr geben. Es müssten verstärkt Regionalzüge und zusätzliche Pendelzüge eingesetzt werden. Auch die Freigabe der Nutzung von Fernzügen zwischen Hauptbahnhof und Pasing dürfe nicht tabu sein. Ein Ersatzbuskonzept auf der Stammstreckenroute könne im Berufsverkehr weder die nötige Kapazität noch eine konkurrenzfähige Fahrzeit anbieten.
Nächstes Bau-Wochenende steht bevor
Die Bauarbeiten an der Stammstrecke sind mit dem Abschluss der Sperrung in den Herbstferien nicht vorbei. Gerade an Wochenenden müssen Fahrgäste der Münchner S-Bahn immer wieder mit ähnlichen Problemen rechnen. Das nächste Bau-Wochenende steht unmittelbar bevor: Von Samstag, 15. November, 4.30 Uhr, bis Montag, 17. November, 4.30 Uhr, soll nur eine S-Bahnlinie auf der gesamten Innenstadtroute fahren – nämlich die S6 aus Tutzing, die als S8 weiter zum Flughafen fährt und umgekehrt. Die S2 soll zudem von Westen her zumindest bis zum Isartor unterwegs sein.
Erste Einschränkungen könne es schon am Freitagabend, 14. November, von 22.20 Uhr an geben, teilte die Bahn mit. Die restlichen S-Bahnlinien enden je nach Route aus Westen kommend am Hauptbahnhof, am Heimeranplatz oder in Pasing. Aus östlicher Richtung ist in Trudering, Giesing und am Ostbahnhof Schluss. Zwischen Trudering und Ostbahnhof fahren Ersatzbusse. Ab Giesing und Heimeranplatz sollte ein Umstieg auf die U-Bahn in Betracht gezogen werden.
Grund für die Probleme sind demnach Gleis- und Kabeltiefbauarbeiten sowie die Prüfung des Untergrunds auf mögliche Weltkriegsblindgänger am Ostbahnhof, wo ebenfalls Bauarbeiten für die zweite Stammstrecke laufen.
Und auch am ersten und zweiten Adventswochenende kommen laut Bahn noch einmal ähnliche Einschränkungen auf die S-Bahn-Fahrgäste zu.

