Gesellschaft:"Angst ist ansteckend, Mut auch"

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Gesellschaft: Ronja von Wurmb-Seibel war Politikredakteurin in Hamburg, bevor sie mit 27 Jahren als Reporterin nach Afghanistan ging. Kaum war sie zurück in Deutschland, meldete sich ein Teenager aus Kabul bei ihr. Sie und ihr Mann Niklas nahmen den Jungen bei sich auf.

Ronja von Wurmb-Seibel war Politikredakteurin in Hamburg, bevor sie mit 27 Jahren als Reporterin nach Afghanistan ging. Kaum war sie zurück in Deutschland, meldete sich ein Teenager aus Kabul bei ihr. Sie und ihr Mann Niklas nahmen den Jungen bei sich auf.

(Foto: Niklas von Wurmb-Seibel)

Ronja von Wurmb-Seibel war Reporterin in Afghanistan, heute liest sie kaum mehr Nachrichten. Ein Gespräch über die Wirkung von Bildern, das Gefühl der Ohnmacht und Probleme, die man lösen kann.

Interview von Martina Scherf

Als Ronja von Wurmb-Seibel, 35, nach eineinhalb Jahren als Reporterin aus Afghanistan zurückkehrte, stellte sie fest: Sie kann den Krieg beobachten, sie kann versuchen, ihn zu beschreiben, aber sie wird dennoch nicht verstehen, was es für die Menschen bedeutet, die tagtäglich damit leben müssen, ohne Aussicht auf ein Ende. Was sie aber gelernt hatte: Dass man auch in schlimmen Zeiten Menschen trifft, die mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit andere anstecken. Diese Menschen standen im Fokus ihrer Geschichten. Heute lebt sie mit ihrem Mann Niklas im Dorf Dünzelbach im Landkreis Fürstenfeldbruck. Die beiden drehen zusammen Dokumentarfilme wie "True Warriors", eine mehrfach ausgezeichnete Doku über eine Künstlergruppe in Kabul. Sie riefen den Podcast "Gegen die Angst" ins Leben und gründeten ein Künstler-Gästehaus in ihrem Dorf. Im Februar 2022 erschien Ronja von Wurmb-Seibels Buch "Wie wir die Welt sehen. Was negative Nachrichten mit unserem Denken machen und wie wir uns davon befreien". Wenige Tage später überfielen russische Truppen die Ukraine.

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