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Neues Restaurant "Casa Nostra":Nobel, nobel

Freuen sich auf die Eröffnung des Casa Nostra am Samstag: Betriebsleiter Sebastian Schoen und Restaurant-Leiterin Verena Ried.

(Foto: Stephan Rumpf)

Das neue Ristorante Casa Nostra legt Wert auf Design und serviert italienische Klassiker

Von Franz Kotteder

Die Gaststätte an der Ecke der Gabelsberger- und der Schleißheimerstraße hat eine recht bewegte Geschichte. 1990 war sie ein eher schlecht gehendes Bierlokal namens Schleißheimer Garten, als zwei junge Burschen, Hermann Weiffenbach und Thomas Hirschberger, beschlossen, daraus eine Crêperie zu machen. Sie hatten mit dem Umbau bereits begonnen, als sie feststellten: Mexikaner sind ganz groß im Kommen! Also dekorierten sie schleunigst um und machten einen Mexikaner draus. Enchilada nannten sie ihn. Es war letztlich die Keimzelle von gleich zwei (genau genommen sogar drei) Unternehmen der Systemgastronomie, die heute zu den größten Ketten Deutschlands zählen: Enchilada, Sausalitos und Hans im Glück. Die beiden letzteren hatte Hirschberger später gegründet.

Ein Mexikaner ist das Lokal aber schon lange nicht mehr, zuletzt befand sich hier eine Filiale von Grill & Grace - ein Restaurant, in dem man seine Steaks selbst auf den Rost legen darf. Es ist inzwischen in die Luisenstraße 27 umgezogen, ironischerweise in ein Lokal, in dem die Enchilada-Gruppe zuvor neue Geschäftsideen mit Popup-Restaurants ausprobierte.

An der Ecke Schleißheimerstraße aber eröffnet jetzt am Samstag ein neues, italienisches Ristorante, das Casa Nostra. Es lässt sich wohl nur mit einem Wort umschreiben, das bei Gastrojournalisten eigentlich ebenso verpönt ist wie "Nobelherberge" oder "lecker", aber nun muss es raus: Das Casa Nostra ist ein Nobelitaliener, oder wie die Betreiber selbst sagen, ein "Designer und Interieur-Highlight". Man setzt auf Naturstein aus Italien, "puristische Messingkonstruktionen, weichen Samt, warme Holzoberflächen und großformatige Natursteinfliesen". Sämtliche Sitzgelegenheiten und Stoffe stammen vom Designbüro Saba Italia. Und da sie wie in einem Showroom regelmäßig ausgewechselt werden, können die Gäste des Lokals die ausgemusterten Möbel dann zu stark reduzierten Preisen sogar kaufen.

Essen kann man im Casa Nostra selbstverständlich auch, es hat drinnen wie draußen jeweils 100 Plätze. Mittags wie abends gibt es natürlich italienische Klassiker - Pizza, Pasta, Fleisch und Fisch. Preislich befindet man sich im gehobenen Mittelfeld, die Hauptspeisen kosten zwischen 15 und 30 Euro, die günstigste Pizza bekommt man für zehn Euro. (Casa Nostra, Gabelsbergerstraße 97, täglich mittags und von 17 Uhr an geöffnet, Telefon 18 94 44 96, www.casa-nostra-monaco.de).

Weil es gerade um Italien geht: Am Samstag drauf, also am 12. Juni, eröffnet dann in Pasing eine neue Pizzeria Mozzamo am Pasinger Marienplatz (Gleichmannstraße 1, ehemaliges Kaufhaus Kopfmiller), zwei andere Mozzamo-Restaurants gibt es bereits in Neuhausen am Romanplatz und in Thalkirchen am Pullacher Platz. Und der ebenfalls in Pasing ansässige italienische Feinkostgroßhändler Farnetani hat in den Fünf Höfen an der Theatinerstraße inzwischen den Delikatessenladen Gusto Italiano da Giovanna von Johanna Keller übernommen und verkauft jetzt dort unter dem Namen Farnetani Centro Feinkost und Wein. Einen Verlust, wenn man so will, hat die italienische Gemeinde aber auch zu beklagen: Die Pizzeria Sinan in der Mozartstraße 4 ist jetzt nach eigenen Angaben ein "etwas anderes griechisches Restraurant" und nennt sich Brusko. Ähnlichkeiten mit preisgünstigen italienischen Weinsorten sind rein zufällig.

© SZ vom 04.06.2021
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