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Fink's:Südtiroler Knödelküche am Gärtnerplatz

Von Käse über Spinat bis Pizzageschmack: Die Knödel in Finks Knödelküche präsentieren sich in allerlei Geschmacksvarianten gleich köstlich.

Von Käse über Spinat bis Pizzageschmack: Die Knödel in Finks Knödelküche präsentieren sich in allerlei Geschmacksvarianten gleich köstlich.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Söhne der Gastronomen aus Bozen haben in München eine kleine Dependance eröffnet. Auf den Tisch kommen traditionelle Knödel und Schlutzkrapfen in allen Variationen. Allzu kühn sollte man aber nicht bestellen.

Ein Südtiroler Lokal in München aufzumachen, ist ein Heimspiel, sollte man meinen. Schließlich fliegt an manchen Wochenenden die halbe Stadt aus, um in einer Karawane bergauf zu ziehen, um hernach mit dampfenden Wanderstiefeln ein Lob auf Knödel und Schlutzkrapfen anzustimmen, die in Hütte und Stube kredenzt werden.

Dieses Gefühl lässt sich in München vorzüglich verlängern. Es gibt für den feinen Gaumen das Laurin, das eigenwillige Albarone - und seit Frühjahr Fink's Südtiroler Knödelküche um die Ecke vom Gärtnerplatz. Knapp ein Dutzend unterschiedlicher Knödel sind im Angebot, in den Geschmacksrichtungen Kaspress, Speck, Käse, Gemüse, Kräuter, Griechisch (Feta, Olive, Tomate), Spinat, Steinpilz, Rote Bete und Pizza (Tomate, Mozzarella). Saisonal mischen sich weitere Varianten darunter. Einer kostet 4,90 Euro, zwei 8,90, drei 11,90, vier 14,90. Zum Dessert gibt es süße Knödel wie Kastanie (4,90), Nugat (4) und Mohn (4), ersterer aus Kartoffelteig, letztere aus Topfen. Soweit die Aufstellung.

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Geformt werden sie in der Küche des traditionellen Gasthauses Fink in Bozen, Valentin und Johannes von Klebelsberg sind die Söhne der Gastronomen, und in München haben sie eine kleine Dependance eröffnet. Über zu wenig Knödel kann sich keiner beschweren, zu kühn sollte man aber nicht bestellen. Mit Respekt hören wir, wie sich zwei Frauen je vier Knödel ordern und zuvor je sieben mit Spinat gefüllte Schlutzkrapfen (10,70, als Hauptspeise elf für 14,80 Euro). Ihnen steht schon kurz vor dem Hauptgang der Schweiß auf der Stirn, das freundliche Angebot der ebensolchen Bedienung, den Rest einzupacken, nehmen sie gerne an.

Die deftigen Knödel schwimmen - wie es sein muss - in zerlassener Butter und sind mit reichlich Parmesan versehen, sie sind weich und flaumig und doch von angemessener Festigkeit, sodass sie nur minimal Wasser beim Kochen gezogen haben. Die Geschmacksnote ist fein austariert mit dem Knödelbrot, sodass der Steinpilz nicht untergebuttert wird und der Pizzageschmack (köstlich!) nicht zu dominant wird. Der Speck im entsprechenden Knödel schmeckt rauchig, die Kräuter frisch, die Rote Bete etwas unentschieden in der Würzung. Nur weniger Schnittlauch als Deko hätten wir uns gewünscht, er verlieh allen Knödeln die gleiche Kopfnote.

Es gibt gegen Aufpreis (1,50 bis 2) Soßen dazu, in den Sorten Kräuter oder Gorgonzola oder Sojajoghurt. Wer es klassisch mag, nimmt einen Krautsalat (mit 5,50 oder ohne Speck 4,50). Der Salat war ein frisches und mild dressiertes Gegengewicht zu den wuchtigen Knödeln, die vom zweiten Vertreter an ein wenig trocken gerieten. Nicht, weil sie trocken waren, sondern weil das ihre Natur ist als üblicher Nebendarsteller, was nicht heißen soll, dass sie auch als Solokünstler auftreten können.

Die Einrichtung ist schlicht und in Naturholz gehalten. Tische, Bauernstühle und Bänke kommen aus Ritten und Bozen. Polster in gedeckten Farbe und Stoffpaneele an der Decke machen den Raum heimelig und dämmen Geräusche. Über der Bar hängen Lampen aus Laub aus dem Brixener Blätterwald. Ein Restaurant wie eine warme Umarmung. Das Südtiroler Tourismusamt hätte seine Freude daran.

Es gibt Apfelsaft aus Afing, Likör aus Ulten, Edelbrand aus Rosengarten, Gin vom Plunhof, das Bier von Forst. Wir freuten uns dazu über einen griffigen Blauburgunder aus der Kellerei Muri Grieß aus Bozen (4,40/Achtel) und einen fruchtigen und mineralischen Kerner (4,80) von Manfred Nössing aus dem Eisacktal. Beide konnten es leicht mit den Knödeln aufnehmen.

Es gab bei unseren Besuchen nur eine Gabel als Besteck, was beim Knödel reicht. Beim Knödelcarpaccio (9,90) wurde es knifflig, denn es bestand aus dickgeschnittenen Semmelknödeln (Karl Valentin würde auf Semmelnknödeln bestehen), auf denen ein Berg Wintersalat thronte - übrigens mit sehr viel weniger Rucola als annonciert. Klar, Knödel werden gerissen, nicht geschnitten, weil die glatte Schnittkante es schwer macht mit dem Tunken. Aber Salat nur mit der Gabel zu essen, ist ein Balanceakt.

So testet die SZ bei der Kostprobe

Die Kostprobe gibt es als Format für Restaurantkritiken seit 1975 in der Süddeutschen Zeitung. Die Autorinnen und Autoren haben sich ehernen Regeln verpflichtet: Sie testen ein Restaurant frühestens 100 Tage nach Eröffnung (damit sich das Küchenteam bis dahin einspielen kann), essen dort mehrmals (denn jeder Koch und jede Köchin kann mal einen schlechten Tag haben), geben sich nicht als Tester zu erkennen und schreiben unter Pseudonym (um unerkannt und unabhängig bleiben zu können). Und die Rechnung? Die bezahlt natürlich die SZ selbst.

Früher war in den Räumen eine eher kleine Burgerküche. Die Brüder halten auch darum die Speisekarte klein. Neben Knödeln gibt es köstliche Schlutzkrapfen und ein großes Brotzeitbrettl mit Südtiroler Speck, Kaminwurz, Schüttelbrot und Käse (11,50). In der Knödelküche fühlt man sich sofort wohl. Aber es ist auch so, dass selbst der größte Knödelfan nicht immer solche mag, mittags sind sie ein ziemliches Komagericht, und man würde sich über ein wenig Abwechslung freuen, dann könnte es auch ein Stammlokal werden. Vielleicht noch eine leichte Suppe dazu, ein weiterer Salat, ein leichtes Dessert.

Die Knödelküche hält ein, was sie verspricht, daraus kann man ihr keinen Vorwurf machen, aber vielleicht würde ihr eine sanfte Konzepterweiterung nicht schaden. Der bewegungsfaule Städter, der grad keine Wanderung hinter sich hat, würde sich freuen.

Klenzestraße 40 | 80469 München | 089/24206602 | Öffnungszeiten: Täglich 11.30 bis 14.30 Uhr und 17:30 bis 23 Uhr