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Asam-Schlössl:"Bayerisch-Irish" in der Barockvilla

Barbara und Shane McMahon eröffnen als neue Betreiber das frisch renovierte Asam-Schlössl.

(Foto: Robert Haas)

Nach der Renovierung öffnet das Asam-Schlössl mit neuen Wirten. Shane McMahon will vor allem die bayerische Küche pflegen - und sie durch besondere Steaks vom Grill ergänzen.

Von Franz Kotteder

Das alte Haus in Thalkirchen ist eine Parade-Immobilie für die Augustiner-Brauerei. Hier kann sie geradezu beispielhaft zeigen, worauf es ihr ankommt: schöne bayerische Wirtschaften zu betreiben, am besten noch mit einem idyllischen Biergarten dazu, und sie möglichst als Denkmal zu bewahren. Denn das ist einer der Stiftungszwecke der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, der 51 Prozent der Brauerei gehören.

So hat Augustiner-Vorstand Martin Leibhard also gleich mehrere gute Gründe, am Dienstagvormittag in der Maria-Einsiedel-Straße 45 ein Fass anzuzapfen und das neue Wirtepaar Shane und Barbara McMahon vorzustellen. Die beiden sind stadtbekannt durch Shane's Restaurant, ein Fine-Dining-Lokal in der Geyerstraße, das sie zugunsten ihrer neuen Wirkungsstätte nach zehn Jahren aufgegeben haben.

Die Immobilie ist das Asam-Schlössl, der ehemalige Wohnsitz des Barockbaumeisters Cosmas Damian Asam. 1724 hat er es erworben und im Stil des Spätbarocks ausgestattet. 1992 kaufte es die Augustiner-Brauerei, um es als Wirtshaus zu erhalten. Birgit Netzle, die Tochter der Wirtin Toni Netzle vom Alten Simpl, übernahm das Gasthaus und machte es zum Promilokal. 26 Jahre lang führte sie es mit viel Herzblut, 2019 ging sie in den Ruhestand.

Unter Netzle war das Asam-Schlössl das ganze Jahr über ein reich geschmückter Christbaum, nun ist es - nach der Renovierung - sozusagen eine Edeltanne von natürlicher Schönheit. Die Deko ist zurückhaltend und fein austariert, das passt prächtig zu diesem barocken Schmuckstück. Shane McMahon, auf den die Augustiner-Brauerei durch Peter Schmutzer, den Wirt vom Augustiner am Dom, aufmerksam wurde, will hier vor allem die bayerische Küche pflegen und sie ergänzen durch Steaks vom Grill, speziell auch vom Angus- und Herford-Rind.

"Bayerisch-Irish" nennt er diese Kombination, und dazu gibt es als Besonderheit noch die neu kreierte Asamtorte, ein Traum aus Bayerisch Créme und Orangen, von der Haus-Patissière Lilli Hauser. Die ist amtierende Deutsche Meisterin der Konditoren und Vize-Weltmeisterin. Für solche Gaumenfreuden ist eine Barockvilla gerade die richtige Umgebung, auch wenn die Renovierung wohl nicht ganz billig war. "Günstig war's nicht", sagt Martin Leibhard, "aber dafür muss es jetzt auch ein paar hundert Jahre halten."

© SZ vom 16.09.2020/vewo

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