Es ist das Jahr 1789, in dem nichts weniger als alles beginnt. Die Französische Revolution, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, sie sind der Ausgangspunkt. Und so werden ganz zart, wie verblasste Erinnerungen, anfangs die Worte von Artikel eins hörbar: „Die Menschen sind und bleiben von Geburt frei und gleich an Rechten.“ Es ist ein Satz von großer Schönheit und Klarheit, und doch wabert in dieser dunstigen, heruntergekommenen Atmosphäre die Frage schon mit: Ist er denn überhaupt wahr in dieser Welt?
Premiere am Bayerischen Staatsschauspiel„Marat / Sade“ als Rausch der Revolution
Lesezeit: 3 Min.

Claudia Bossard inszeniert „Marat / Sade“ von Peter Weiss im Marstall. Eine wild gemischte Gruppe streitet darin um den Sinn, die Welt zu verbessern. Das ist so irre wie irre gut.
Kritik von Yvonne Poppek, München
