Theater:Ein Fan der Fledermaus

Lesezeit: 1 min

Valentino Dalle Mura gibt im Marstall-Café den Batman und würdigt seinen Lieblingscomic mit einer unterhaltsamen Hommage.

Von Jürgen Moises, München

Gegen Ende wird das Stück zum Musical. Und man fragt sich, warum es bisher tatsächlich noch kein Batman-Musical gab. Da waren welche mit Katzen und Vampiren. Warum dann nicht auch eins mit einer Fledermaus? Das "Musical meiner grenzenlosen Traurigkeit" nennt es Resi-Ensemble-Mitglied Valentino Dalle Mura, der in "Bruce und die Sehnsucht nach dem Licht" ein Solo über seinen Lieblingscomic "Batman" absolviert. Am 6. Mai war im Marstall-Café die Premiere, am 15. Mai folgt die nächste Vorstellung, danach ist das von Florian Hein entwickelte und inszenierte Stück nochmal am 2. und 13. Juni zu sehen. Ein Fan von Batman sollte man schon sein. Schließlich geht es darin um so einige "nerdige" Fragen. Aber auch um andere Aspekte, die man vielleicht so nicht vermutet hat.

Das Musical? Gut, man sieht und hört nur Valentino Dalle Mura singen, ganz am Schluss liefert er sich noch mit Andreas Reisner ein Duett. Die 50 Tänzerinnen und Conchita Wurst alias Tom Kaulitz in einem Kleid, die muss man sich vorstellen. Die Requisiten sind insgesamt sehr minimalistisch. Aber die berühmte Batman-Maske und die Flügel, die sind immerhin zu sehen. Und auch die Skyline von Gotham City, die aus Pfeilern mit leuchtenden Rechtecken besteht. Eine einfache und schöne Idee.

Die Geschichte? Die ist im Wesentlichen die von Batman. Man erfährt vom Trauma, das der hinter der Maske steckende Milliardär Bruce Wayne als Kind erlitt. Aber auch, dass Dalle Mura als Kind im Film "Batman & Robin" mit George Clooney und Arnold Schwarzenegger Angst hatte. Dabei ist der Film doch von einer unfreiwilligen Komik geprägt. Dalle Mura spielt Szenen daraus nach, er baut eine Hommage an die trashige Batman-Serie aus den Sechzigern mit ein sowie Anspielungen an den drohenden Atomkrieg und an Christian Lindner. Das überschreitet mehrfach die Grenze zur Comedy und ergibt insgesamt eine unterhaltsame Hommage, an der vor allem, aber nicht nur Comic-Nerds ihre Freude haben dürften.

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