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Ramersdorf:Transporter-Flotte am Straßenrand

Anwohner der Görzer Straße klagen über nächtlichen Parkplatzmangel

Von Hubert Grundner, Ramersdorf

Online-Bestellungen nach Hause boomen nicht erst seit Beginn der Corona-Krise. Während sie für die einen ein bequeme Variante des Einkaufens darstellen, sind für andere oft Nachteile damit verbunden. Schließlich müssen all die Waren ja ausgeliefert werden. Auf den Straßen zeigt sich das an den Transporter-Flotten der verschiedenen Paketzusteller, die tagsüber die Stadt überfluten. Und nachts? Tja, nachts müssen die Kuriere einen Stellplatz finden, so wie andere Verkehrsteilnehmer auch. Und dann wird's wiederum oft eng und laut für die Nachbarn.

So in etwa hat jetzt die Hausverwaltung einer Wohnungseigentümergemeinschaft dem Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach die aktuellen Zustände an der Görzer Straße beschrieben: Seit längerer Zeit diene ein Nachbargebäude als Unterkunft für Kurierfahrer. Sie alle stünden vermutlich in Diensten eines Sub-Unternehmers von Amazon. Mittlerweile würden dort regelmäßig zwölf Lieferwagen und vier Pkw parken, die "alle nachweislich" den dort wohnenden Fahrern zuzurechnen seien, erklärt die Hausverwaltung. Die von ihr vertretenen Mieter hätten jedenfalls unter der Situation zu leiden: Die letzten Transporter kämen zwischen 22 und 23 Uhr angerollt, häufig mit lauter Musik, die blechernen Türen der Kastenwagen würden laut zugeschlagen. Kommen mehrere Fahrer gleichzeitig an, so werde oft noch am Gehsteig laut gesprochen und sich ausgetauscht. Dort und auf der Straße würden sie auch Zigarettenstummel und Schutzmasken "entsorgen". Am nächsten Morgen brechen dann die ersten Kuriere vor 7 Uhr auf, nicht ohne oftmals den Diesel-Motor schon 20 bis 30 Minuten vor Abfahrt zu starten, um den Wagen aufzuwärmen oder vereiste Scheiben abzutauen. Kurzum, die Belästigung für die anderen Mieter sei hoch, und die Parksituation habe sich sehr verschlechtert, nicht zuletzt auch für Besucher der Wohnanlage.

Laut Hausverwaltung sind mehrere Versuche, die Kurierfahrer zu größerer Rücksichtnahme auf die anderen Mieter zu bewegen, erfolglos geblieben. Weshalb man sich nun an den BA gewandt habe. Falls es Zweifel an den geschilderten Zuständen geben sollte, sind dessen Mitglieder gerne eingeladen, sich selbst ein Bild davon zu machen. Zweifel schienen die Lokalpolitiker keineswegs zu hegen, zumindest wurden sie im Unterausschuss Mobilität sowie in der BA-Sitzung nicht geäußert. Trotzdem konnten sie den betroffenen Mietern in der Görzer Straße kaum Hoffnung machen: Ihr Anliegen werde an die Polizeiinspektion 21 weitergeleitet, gegen das Parken der Lieferwagen an sich bestehe allerdings keine Handhabe, hieß es von Seiten des Gremiums.

© SZ vom 19.01.2021
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