Maxvorstadt:"Querdenker" stellt sich quer

Anlässlich von Hochzeiten oder auch zum Gewinn einer Fußball-WM hat sich der Korso als Ausdrucksform freudiger Kundgebung auch in München etabliert. Inzwischen allerdings auch in grantiger Ausprägung, als rollende Demo von Corona-Maßnahmengegnern. Am Samstag, berichtet die Polizei, habe es einen solchen Autokorso mit rund 50 Fahrzeugen in der Stadt gegeben, mit reibungslosem Verlauf, wie auch weitere kleinere Kundgebungen unauffällig verlaufen seien. In den Polizeibericht hat es hingegen ein 73-Jähriger aus dem Landkreis München geschafft, weil er sich bereits am Freitagabend um 23.30 Uhr an einem nicht angemeldeten Solo-Autokorso im Kreuzungsbereich von Ludwig- und Theresienstraße mit seinem Ford Transit versucht hatte. Er stellte den Wagen quer, behinderte den Verkehr und ließ die per Notruf alarmierte Polizei dann unter Widerstand wissen, er gehöre der "Querdenker"-Szene an. Weitere Teilnehmer seien nicht in Sicht gewesen, zudem sei der Mann beim Feststellen der Personalien so widerspenstig gewesen, dass Beamte ihn gefesselt ins nächste Polizeirevier brachten, heißt es weiter im Polizeibericht. Aus dem Korso wurde also nichts. Um den Kleinbus kümmerte sich ein Abschleppdienst, bugsierte ihn sicher an den Straßenrand und beseitigte die circa einstündige Verkehrsbehinderung. Zu den Abschleppkosten kommt nun der "Verdacht der Nötigung im Straßenverkehr". Das Kriminalfachdezernat für Staatsschutzdelikte führt die weiteren Ermittlungen dazu.

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