Queere Szene in München:König sein für eine Nacht

Queere Szene in München: Breitbeinig steht King Tenu auf der violett-erleuchteten Bühne der Villa Flora. Beim Einsetzen des Beats hebt er seinen Kopf mit den gestylten roten Haaren und fixiert die Zuschauer.

Breitbeinig steht King Tenu auf der violett-erleuchteten Bühne der Villa Flora. Beim Einsetzen des Beats hebt er seinen Kopf mit den gestylten roten Haaren und fixiert die Zuschauer.

(Foto: Florian Peljak)

Sie sind junge Münchnerinnen, die männliche Bühnencharaktere erschaffen: Wer steckt hinter dem markanten Make-up und was treibt Drag-Kings an? Ein Lagebericht über eine Szene, die in München ihren Platz sucht - und im Aufbruch ist.

Von Amelie Völker

Zwei Stunden dauert es, ein König zu sein. Zwei Stunden ist nicht viel, wenn man so lange darauf gewartet hat. Wie Mäx Wörlein, 20. In jungen Jahren, sagt sie, musste sie schnell erwachsen werden, war schon früh auf sich alleine gestellt. "Ich hätte oft Zuspruch von jemandem gebraucht, aber ich war viel allein", sagt Mäx. In der Schule wurde sie gemobbt. Weil sie sich nicht "typisch weiblich" verhalten oder gekleidet habe, sagt sie. "Ich identifiziere mich als nicht-binär. Deshalb versuche ich möglichst oft etwas Abstand von meiner weiblichen Seite zu nehmen." Etwa am Abend des Ostersonntags. Sie steht auf der violett-erleuchteten Bühne der Villa Flora. Als Drag-King. Als King Tenu.

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Lidiya Stefanidi ist 18 Jahre alt und wuchs in einem nichtreligiösen Haushalt auf. Dann entschied sie sich, zum Islam zu konvertieren. Mittlerweile bekommt sie Millionen von Likes auf ihre Tiktok-Videos.

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