Millionenschaden für den StaatRazzia bei Putzfirmen wegen Menschenhandels und Zwangsarbeit

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Die Angestellten waren laut Staatsanwaltschaft in Kellerräumen auf engstem Raum ohne fließendes Wasser und funktionierende Toiletten untergebracht (Symbolbild).
Die Angestellten waren laut Staatsanwaltschaft in Kellerräumen auf engstem Raum ohne fließendes Wasser und funktionierende Toiletten untergebracht (Symbolbild). (Foto: Jens Büttner/dpa)
  • Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 18 Beschuldigte eines Putzfirmen-Geflechts wegen Menschenhandel, Zwangsarbeit und Steuerhinterziehung.
  • Ein Unternehmen soll Finanzamt und Sozialversicherungen um knapp sieben Millionen Euro geprellt haben.
  • Angestellte waren in Münchner Kellerräumen ohne fließendes Wasser untergebracht und erhielten Löhne weit unter dem Mindestlohn.
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Um fast sieben Millionen Euro soll allein ein Unternehmen den Staat geprellt haben. In einer Münchner Arbeiterunterkunft stößt die Polizei auf menschenunwürdige Bedingungen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht in einem großen Ermittlungsverfahren gegen ein Geflecht von Putzfirmen und Baudienstleistern vor, die ihre Arbeitnehmer unter menschenunwürdigen Bedingungen ausgebeutet haben sollen. Die Vorwürfe: Schwarzarbeit, Menschenhandel, Ausbeutung, Zwangsarbeit und Steuerhinterziehung.

Ermittelt wird gegen insgesamt 14 Gesellschaften mit Sitz in München und Umgebung. Das Verfahren richtet sich derzeit gegen 18 Personen, acht davon seien in München wohnhaft, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Drei Männer und eine Frau sitzen in Untersuchungshaft, zwei der gegen sie vorliegenden Haftbefehle wurden in München vollstreckt, zwei weitere in anderen Orten Bayerns. Außerdem wurde ein Rumäne in seinem Heimatland festgenommen.

Insgesamt 850 Ermittlungsbeamte des Zolls, der Polizei und der Steuerfahndung durchsuchten demnach in den vergangenen beiden Tagen 90 Wohnungen, Büros, Steuerkanzleien und Arbeiterunterkünfte in fünf Bundesländern: Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Knapp 40 der betroffenen Objekte befinden sich in München, wie die Staatsanwaltschaft auf SZ-Nachfrage mitteilte. Die Durchsuchungen betrafen auch Räumlichkeiten von nicht beschuldigten Personen. Die Kerngesellschaft ist nach Angaben der Ermittlungsbehörde in mehreren Bereichen tätig: Gebäudereinigung, Baustellenreinigung, Gebäudeüberwachung und Abbrucharbeiten.

Dieses Unternehmen allein soll Finanzamt und Sozialversicherungen um knapp sieben Millionen Euro geprellt haben. Mehrere der dreizehn anderen Gesellschaften dienten laut Staatsanwaltschaft als Servicefirmen, die zur Verschleierung von Schwarzlohnzahlungen Scheinrechnungen ausgestellt haben sollen.

Angestellte im Keller ohne Wasser

Bei der Kontrolle einer Münchner Arbeiterunterkunft stieß die Polizei demnach auf menschenunwürdige Bedingungen. Die Angestellten waren laut Staatsanwaltschaft in Kellerräumen auf engstem Raum ohne fließendes Wasser und funktionierende Toiletten untergebracht.

Teilweise sollen sie für ihre Unterbringung erheblich überhöhte Mieten gezahlt haben und nicht zur Sozialversicherung angemeldet gewesen sein. Weiterhin wurden die Betreffenden den Ermittlern zufolge weit unter Mindestlohn bezahlt, und arbeiteten viel länger als gesetzlich erlaubt.

Die Beschuldigten hingegen lebten offenkundig nicht schlecht: Die Staatsanwaltschaft stellte Vermögen in Höhe von etwa 6,7 Millionen Euro sicher. Außerdem beschlagnahmten die Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem mehrere hochwertige Uhren, Schmuck sowie etwa 30 000 Euro Bargeld.

Bereits im vergangenen Monat hatte die Münchner Staatsanwaltschaft ein großes Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Schwarzarbeit im großen Stil bekanntgegeben. Dabei geht es sogar gegen 70 Beschuldigte und einen Schaden von mindestens 20 Millionen Euro.

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SZ PlusVon Sebastian Krass

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