"Pur Bayern":Vom Kracherl zum Online-Shop

Wirtshaus in der Au

Florian Oberndorfer hat einen Online-Shop für bayerische Produkte gegründet, Claudia Alby kümmert sich unter anderem um die Homepage.

(Foto: Friedrich Bungert)

Das Wirtshaus in der Au hat eine Plattform gegründet, bei der sich Lebensmittel- und Handwerker-Manufakturen aus ganz Bayern präsentieren können.

Von Franz Kotteder

"Bayern pur" sei das neue Wahlprogramm der CSU, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Freitag bei seiner Pressekonferenz am Tegernsee. Kann gut sein, dass Florian Oberndorfer da etwas im Angebot hat, was noch mehrheitsfähiger ist: "Pur Bayern" nämlich. Das ist ein Online-Auftritt, den der Wirt des Wirtshauses in der Au erfunden hat und der sich handwerklich hergestellten Produkten aus Bayern widmet - vornehmlich Speisen und Getränken, aber beileibe nicht nur. Man findet dort Kunsthandwerk und Hundefutter ebenso wie CDs, Kochkurse, Geschenkpakete oder Schmuck und Trachtenaccessoires.

Angefangen hat alles eigentlich damit, dass Oberndorfer für sein Wirtshaus in der Au an der Lilienstraße und für sein kleines Wiesnzelt, die Münchner Knödelei, eine eigene Limonade erfunden hatte. "Wir haben unser Kracherl, wie man früher in Bayern zur Limo sagte, in Bio-Qualität und zuckerfrei herstellen lassen", erzählt Oberndorfer, "später kam dann noch der Wadlbeißer dazu, ein eigener, biologischer Energy-Drink." Viele Gäste meinten dann, es sei doch schade, dass diese hochwertigen Getränke nur im Wirtshaus oder auf der Wiesn erhältlich seien. Stimmt, fand auch Oberndorfer, und so unternahm er zur bislang letzten Wiesn im Jahr 2019 einen ersten Anlauf mit einem Online-Shop unter der Adresse www.purbayern.de. Auch damals schon war die Absicht, das Ganze auszubauen zu einer Plattform für Manufakturen aus ganz Bayern, die originelle und hochwertige Produkte anzubieten haben.

Es kam aber dann die Pandemie daher, und auch das Wirtshaus in der Au hatte plötzlich ganz andere Sorgen. "Pur Bayern" dümpelte so vor sich hin, obwohl es ganz gut angelaufen war. Irgendwann aber kam Claudia Alby, die Schwägerin von Oberndorfer, und meinte zu ihm: "Das geht fei besser!" Alby hatte gut reden, sie ist von Beruf Unternehmensentwicklerin und hatte einige Ideen. Sie stieg mit ein, baute die Homepage komplett um, gab ihr eine eigene Bildsprache und vereinfachte das Bestellverfahren. Vor Kurzem ging die neue Homepage wieder an den Start.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Mittlerweile haben sich schon eine Reihe von Manufakturen gemeldet, die auch auf "Pur Bayern" vorkommen wollen. Zum Wadlbeißer und dem Kracherl gibt es jetzt auch Gin und Likör aus der gerade sehr im Trend liegenden niederbayerischen Marx-Brennerei, die zusammen mit dem Fleischpapst Lucki Maurer auch einen Absinth kreiert hat, es gibt einen Fruchtaufstrich namens "Mamalad", Musik von Quadro Nuevo, Schokolade von Wildbach, Yoga-Matten aus grauem Filz und einen Kräuterlikör namens "Odl", bis hin zu den hölzernen Masskrugdeckeln "Stenz" und "Franz". Unter der Rubrik "Alles im Eimer" gibt es hübsche Geschenkpakete in einem Zinneimer verpackt, daher der Name. Und der Hausherr vom Wirtshaus ist auch vertreten, er gibt einen Knödelkochkurs. Im Herbst erscheint dann ein Knödelkochbuch von ihm, das wird es wohl auch im Shop geben.

Auch die Produzenten stellen sich vor auf den "Pur Bayern"-Seiten. Eine hübsche Ergänzung, die manchem auch Lust machen dürfte auf einen Manufakturbesuch samt Ausflug in die dazugehörige bayerische Landschaft.

© SZ vom 27.07.2021/vewo
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