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München:Punkten mit Pfandsystemen

Stadt will Lieferdiensten helfen, die Mehrweggeschirr einführen

Von Ellen Draxel

Lieferdienste haben Hochkonjunktur. Wenn Restaurants und Cafés keine Gäste bewirten dürfen, man sich deren Leckereien aber trotzdem schmecken lassen will, bleibt nur die Take-Away-Variante. Oft bekommt man Essen und Getränke dann in Kartonverpackungen und Pappbechern serviert. Dieses Einweggeschirr landet anschließend im Mülleimer oder findet sich auf öffentlichen Plätzen wieder.

Das aber will Grün-Rot im Stadtrat jetzt ändern - auch im Hinblick auf die bis zum Sommer vom Bundestag in deutsches Recht umzusetzende EU-Richtlinie zum Verbot von Einwegplastik. Die Fraktionen Grüne/Rosa-Liste und SPD/Volt haben einen Antrag zur Förderung von Mehrwegprodukten gestellt, der am Donnerstag im Kommunalausschuss des Stadtrats behandelt werden soll. Ziel ist es, Unternehmen zu unterstützen, die bis Ende 2021 auf Pfandsysteme umstellen wollen. Dafür soll eigens eine Anlaufstelle geschaffen werden, die auch extern vergeben werden kann. Einen ähnlich lautenden Antrag hatte Mitte März der Bezirksausschuss Aubing-Lochhausen-Langwied formuliert, allerdings mit dem Zusatz, der Gastronomie nicht nur logistisch, sondern zugleich finanziell unter die Arme zu greifen, etwa in Form einer Anschubfinanzierung. Die Argumente sind in beiden Fällen dieselben: Mit einer idealerweise einheitlichen "Mehrweglösung für München können Ressourcen gespart und das Abfallaufkommen reduziert werden", so die Politiker.

Lokale, die auf Mehrwegbehälter setzen, gibt es in München bereits seit einigen Monaten. Nicht alle verwenden dieselben Schalen und Becher. Inzwischen haben sich mehrere Anbieter etabliert, auf dem Markt sind Produkte wie Rebowl, Revolo, Vytal oder Recircle. Das Prinzip der Initiativen ähnelt sich: Entweder zahlen Kunden ein Pfand für die Schüsseln, das sie erstattet bekommen, wenn sie das Geschirr in irgendeinem der beteiligten Betriebe zurückgeben. Oder die Nutzung funktioniert per App und QR-Code ohne Pfand, dafür mit Registrierung.

© SZ vom 14.04.2021
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