Guerilla-KunstPumuckl taucht heimlich auf Münchner Brunnen auf

Lesezeit: 1 Min.

Hurra, hurra, der Pumuckl ist da! Heißt: wo ihn – natürlich – niemand erwartet hat, am Wittelsbacher Brunnen. Die wenige Zentimeter große Bronzefigur stammt offenbar von dem ukrainisch-ungarischen Künstler Mihály Kolodko.
Hurra, hurra, der Pumuckl ist da! Heißt: wo ihn – natürlich – niemand erwartet hat, am Wittelsbacher Brunnen. Die wenige Zentimeter große Bronzefigur stammt offenbar von dem ukrainisch-ungarischen Künstler Mihály Kolodko.
Foto: Peter Kneffel/dpa

Der kleine Kobold steigt aus den Fluten des Wittelsbacher Brunnens – klammheimlich, eh klar.  Wie er da hingekommen ist und was das mit Guerilla-Kunst zu tun hat.

Von Andrea Schlaier

SZ bei Google bevorzugen

Es gehört zum Markenkern von Münchens geliebtestem Kobold, dass er auf bürgerliche Kategorien pfeift – also auf das, was andere für ordnungsgemäß oder sonst wie angeraten halten. Insofern sitzt er da schon richtig, wo ihn vor ein paar Tagen Flaneure entdeckt haben: auf dem monumentalen Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz, genauer an der Flanke der Nymphe, die sanft den Wasserstier reitet. Dass die kleine Bronzefigur dort nicht ganz legal hingekommen ist – typisch Pumuckl halt.

Heimlich ist das wenige Zentimeter große Kunstgeschöpf auf dem stolzen Wasserbecken gelandet. Das sagt so ähnlich auch das Baureferat auf Anfrage: Man wisse seit etwa drei Jahren von der Figur „und sie wird dort geduldet“. Wer sie hingestellt hat, wann und auf wessen Geheiß, dazu kann die Behörde nichts sagen. Auch nicht, wer dahintersteckt: „Uns liegt keine offizielle Information dazu vor, von wem die betreffende Figur stammt.“

Der bronzene Kobold stammt offenbar von dem ukrainisch-ungarischen Künstler Mihály Kolodko, der auch eine Miniatur-Statuette von Albrecht Dürer im Innenhof des Nürnberger Museums Tucherschloss geschaffen hat. Zuerst hatte die Abendzeitung davon berichtet. Auf der Homepage des Künstlers findet sich jedenfalls ein Foto des geliebten Störenfrieds von Meister Eder, deren gemeinsame Erlebnisse Ellis Kaut ersonnen und Künstlerin Barbara von Johnson gezeichnet hat. Auf Instagram zeigt Mihály Kolodko ein Video, das den kleinen Wicht mit der Kartoffelnase und dem Strubbelhaar inmitten der Felsenlandschaft des Wittelsbacher Brunnens zeigt.

Mit „Durst“ überschreibt der Künstler selbst sein kleines Geschöpf, das mit beiden Händen einen Masskrug umfasst. Schließlich hat der Kobold nicht nur was für „Puddeling“ übrig, sondern schleckt auch gern mal am Bier von Meister Eder und nennt, um mit ihm anstoßen zu können, sogar einen Humpen in Schnapsglasformat sein Eigen.  Erziehungstechnisch ein Unding, logisch. Pumuckl halt.

Kolodko gilt als Guerilla-Künstler, der schon in mehreren Städten kleine Skulpturen hinterlassen hat, berichtet die dpa und verweist unter anderem auf dessen politische Arbeiten. Etwa den kleinen Bronze-Panzer, der in Budapest steht und dessen Kanonenrohr schlaff nach unten hängt. Titel: „Ruszik Haza!“, was übersetzt so viel heißt wie: „Russen, geht nach Hause!“

© SZ/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Immobilienpreise
:Grundstückswerte in München fallen auf Niveau von vor zehn Jahren

Um bis zu 30 Prozent sind die Bodenrichtwerte gesunken. Was das für Käufer, Eigentümer und Mieter bedeutet.

SZ PlusVon Sebastian Krass

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: