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"Public Climate School":Klimakrise auf dem Lehrplan

Klimaschützerin Luisa Neubauer

Klimaschützerin Luisa Neubauer nimmt an einer Debatte teil.

(Foto: dpa)

Studierende organisieren eine Woche lang ein Veranstaltungsprogramm zur Klimakrise - mit Vorträgen, Workshops und Seminaren. Auch Luisa Neubauer nimmt an einer Debatte teil.

Von Jakob Wetzel

Um der Klimakrise zu begegnen, brauche es jede und jeden, sagt Kilian Steinberg, egal ob einer nun Biologie studiere, Philosophie, irgendein anderes Fach oder auch gar nicht. Steinberg selber ist 23 und studiert Umweltingenieurwesen an der Technischen Universität. Und er hat mit anderen Studierenden bereits zum vierten Mal ein breites Veranstaltungsprogramm zur Klimakrise organisiert, die "Public Climate School". Eine Woche lang, von 17. bis 21. Mai, gibt es Vorträge, Workshops und Seminare. Bundesweit gibt es tagsüber Live-Unterricht für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für Ältere. Zusätzlich haben Dozenten und Professoren mehrerer Münchner Universitäten und Hochschulen quer durch verschiedene Fächer ihre Lehrinhalte in dieser Woche angepasst, viele der Veranstaltungen stehen digital allen offen.

Hinter der "Public Climate School" stehen unter anderem die "Students for Future". Die Woche sei ihr Flaggschiff bei dem Versuch, die Klimabewegung stärker in die Hochschulen zu tragen, sagt Kilian Steinberg. Als 2019 in München Zehntausende für mehr Klimaschutz protestierten, hätten sich vergleichsweise wenige Studierende beteiligt, sagt er. Sie hätten überlegt, wie sich das ändern ließe. Ideen wie Streiks oder Blockaden an den Hochschulen hätten sie wieder verworfen, weil sie es Professorinnen und Professoren ermöglichen wollten, sich zu beteiligen. Also baten sie diese, in ihren Veranstaltungen einen Schwerpunkt auf die Klimakrise zu legen. Das Ergebnis war erstmals im Herbst 2019 zu sehen. Jetzt, am 17. Mai, beginnt die vierte Auflage der "Public Climate School". In München finden zum Beispiel Seminare statt zur Klimaanpassung durch Bergwälder und über Nachhaltigkeit in der Kulturbranche statt. Das genaue Programm steht im Internet unter studentsforfuture-muc.de. Darüber hinaus haben Studierende in anderen Städten ebenfalls Uni-Veranstaltungen zur Klimakrise organisiert.

In München kommt dazu noch eine zentrale Online-Debatte am Donnerstag, 20. Mai, ab 18.30 Uhr: Luisa Neubauer von "Fridays for Future", der Münchner Astrophysiker Harald Lesch, die Berliner Klima-Aktivistin Tonny Nowshin und der Philosoph Felix Ekardt, Anwalt einer der Verfassungsbeschwerden gegen die Klima-Gesetze, denen das Bundesverfassungsgericht Ende April zum Teil stattgegeben hat, diskutieren darüber, wie man vom Reden ins Tun kommen könne. Am folgenden Tag ist ab 14 Uhr eine gemeinsame Radl-Demonstration mit "Fridays for Future" durch München geplant.

© SZ vom 17.05.2021/sonn
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