Prozess in MünchenAngeklagte gestehen Handel mit Kriegswaffen

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Die vier Männer in der vorderen Reihe müssen sich wegen Waffenschmuggels vor Gericht verantworten. Hinter ihnen sitzen die Anwälte Timo Westermann (von links), Thomas Novak, Andreas Schoemaker und Bettina Illein.
Die vier Männer in der vorderen Reihe müssen sich wegen Waffenschmuggels vor Gericht verantworten. Hinter ihnen sitzen die Anwälte Timo Westermann (von links), Thomas Novak, Andreas Schoemaker und Bettina Illein. Malin Wunderlich/dpa
  • Vier Männer eines rechtsextremen Netzwerks gestehen vor dem Landgericht München den Schmuggel von Kriegswaffen aus Kroatien nach Deutschland im Jahr 2016.
  • Die Generalstaatsanwaltschaft listet für das gesamte Netzwerk 16 Fälle auf, bei denen Uzi-Maschinenpistolen, Kalaschnikow-Maschinengewehre, Pumpguns und Handgranaten geschmuggelt wurden.
  • Das Urteil soll im Juli gesprochen werden.
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Ein Netzwerk von Rechtsextremen soll Waffen von Kroatien nach Deutschland geschmuggelt haben. Vier dieser Männer stehen nun in München vor Gericht – auch wenn ihr Kunde mit der Lieferung wohl nicht zufrieden war.

Von Susi Wimmer

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Es ist ein seltsames Quartett, das da auf der Anklagebank Platz genommen hat: Drei Herren gesetzteren Alters, teils Rentner mit langen grauen Haaren und Bärten, der eine hustet chronisch vor sich hin, zwischen ihnen quasi ein Jungspund mit 27 Jahren. Was sie eint, ist ihre Gesinnung, zumindest in den Jahren von 2015 bis 2018. Denn die Angeklagten sollen Teil eines rechtsextremen Netzwerks gewesen sein, das Kriegs- und Schusswaffen aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland transportierte und weiterverkaufte.

Die Generalstaatsanwaltschaft listet in ihrer Anklage vor dem Landgericht München I 16 Fälle der waffenaffinen Bande auf, die aus Kroatien tödliche Ware über die Grenzen schmuggelte: Uzi-Maschinenpistolen, Kalaschnikow-Maschinengewehre, Pumpguns oder auch Handgranaten. Mehr als ein Dutzend Männer umspann das Netzwerk, einige von ihnen wurden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Waffenprozess vor dem Landgericht
:"Getriebe" für deutsche Rechtsextremisten

Sie sollen Kriegswaffen nach Deutschland geschmuggelt haben, nun stehen drei Männer deswegen in München vor Gericht. Spuren führen zu Pegida, Reichsbürgern und zur AfD.

Von Martin Bernstein

Bei einem Prozess in München im Jahr 2022 führten Spuren der Angeklagten zur AfD, zu Pegida oder den Reichsbürgern. Im mündlichen Urteil erklärte das Gericht, dass man keinen Anhaltspunkt dafür gefunden habe, dass mit den Waffen rechtsextremistische Taten verübt werden sollten.

Welch Geistes Kind die aktuell Angeklagten sind, erfährt man im Prozess nicht. Nur so viel, dass alle unisono behaupten, sie hätten seit Jahren keine Kontakte mehr zu den Mitgliedern der Waffenbande. Konkret geht es etwa bei Michael M. um den Vorwurf, er habe ein halbes Jahr lang eine Kalaschnikow sowie eine Pumpgun in seiner Wohnung in Pasing deponiert. Zudem soll der heute 68-Jährige mit den anderen drei Angeklagten Jonathan H., Michael P. und Bernd Z. im Oktober 2016 einen Waffendeal von Kroatien aus nach Hamburg eingefädelt haben. Drei halbautomatische Kurzwaffen sowie ein vollautomatisches Schnellfeuergewehr und ein Vorderschaftrepetiergewehr sollten nach Hamburg weiterverkauft werden. Der Kunde allerdings soll mit der Lieferung nicht zufrieden gewesen sein.

„Die Waffen waren teils verrostet und nicht funktionsfähig“, führt Rechtsanwalt Thomas Novak für seinen Mandanten an. Anwalt Timo Westermann betont, dass Rentner Bernd Z. sich heute von der Szene distanziert habe. Nach einem Rechtsgespräch räumen die Angeklagten die Beteiligung an den Straftaten gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ein, dafür bietet das Gericht Bewährungsstrafen an. Ein Urteil soll im Juli gesprochen werden.

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