Klinikum rechts der Isar:Nachts, wenn die Patienten stören

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Klinikum rechts der Isar: Der angeklagte Altenpfleger legt zum Prozessauftakt in München ein Geständnis ab.

Der angeklagte Altenpfleger legt zum Prozessauftakt in München ein Geständnis ab.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Ein 26-jähriger Pfleger gesteht zum Prozessauftakt am Landgericht, mehreren Menschen Beruhigungsmittel gespritzt zu haben, zwei starben. Er wollte "dieses Doktor-Feeling" genießen.

Von Susi Wimmer

Wie stellt man sich einen Mörder vor? Einen, der zwei Menschen heimtückisch getötet und sechs weitere Versuche unternommen hat, ihm hilflos ausgelieferten Opfern das Leben zu nehmen? Mario G., der sich ohne entsprechende Ausbildung als Krankenpfleger ins Klinikum rechts der Isar mogelte, wirkt wie ein tapsiger Bär, hünenhaft und nervös. "Es tut mir von Herzen leid", sagt er zu Beginn der Verhandlung vor der zweiten Schwurgerichtskammer am Landgericht München I. Und dann gesteht er schonungslos, dass er im Klinikum Patienten Medikamente gespritzt hatte, um in Ruhe seinen Rausch ausschlafen zu können und um "dieses Doktor-Feeling" zu genießen und das Gefühl zu haben, in seinem Leben "etwas geleistet" zu haben.

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