Landgericht München IIVerurteilter Holocaust-Leugner erneut wegen antisemitischer Hetze vor Gericht

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Der notorische Holocaust-Leugner Alfred S. steht erneut vor Gericht. Seine Hände sind mit Handschellen an einem Gürtel befestigt.
Der notorische Holocaust-Leugner Alfred S. steht erneut vor Gericht. Seine Hände sind mit Handschellen an einem Gürtel befestigt.
Foto: Lennart Preiss/dpa

Alfred S. aus Tutzing muss sich wegen Volksverhetzung in Dutzenden Fällen vor Gericht verantworten – nicht zum ersten Mal. Die Hände des 71-Jährigen sind mit Handschellen an einem Gürtel befestigt, wohl mit Blick auf Gesten in früheren Verfahren.

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Er soll den Holocaust als „groteskes Märchen“ bezeichnet und behauptet haben, dass hinter dem Anschlag auf das World Trade Center und hinter der Corona-Pandemie jüdische Angriffe steckten. Außerdem rief er laut Anklage zum Mord an Juden auf. Vor dem Landgericht München II hat ein neuer Prozess gegen den verurteilten Holocaust-Leugner Alfred S. begonnen.

Der 71-Jährige aus Tutzing soll auf Plattformen wie Telegram Verschwörungsmythen verbreitet und den Mord an sechs Millionen Juden durch das Nazi-Regime geleugnet haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, tödliche Gewalt gegen Menschen jüdischen Glaubens befürwortet und sogar gefordert zu haben. Youtube hatte Alfred S. bereits wegen vorheriger Strafverfahren und einschlägiger Verurteilungen gesperrt.

In der seitenlangen Anklage sind Gewaltaufrufe, brutale, antisemitische Beschimpfungen und Verschwörungsmythen aufgelistet, die er verbreitet haben soll. Wenn seine Zitate vorgelesen werden, nickt der 71-Jährige immer wieder oder reckt den Daumen in die Höhe – zumindest, so weit es geht. Die Hände des Mannes, der auch immer wieder den Hitlergruß gezeigt haben soll, sind mit Handschellen an einem Gürtel befestigt. In früheren Verfahren hatte S. die Gerichtssäle jedenfalls offenkundig gern als Bühne genutzt. Auch in dieser Verhandlung verbreitet er seine kruden Theorien und spricht von einer „Inquisition“ gegen sich.

In seinem Podcast hatte S. laut Anklage dazu aufgerufen, Juden zu jagen, und forderte „die totale Ausrottung“. Den Holocaust habe er als Aberglauben bezeichnet. Die Generalstaatsanwaltschaft München wirft dem 71-Jährigen unter anderem Volksverhetzung und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen in Dutzenden Fällen vor. Das Gericht hat zehn Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte damit am 21. Oktober gesprochen werden.

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