Prozess in MünchenDopingmittel aus dem Untergrundlabor

Ein Mann muss sich in München wegen der Herstellung von Dopingmitteln vor Gericht verantworten (Symbolbild).
Ein Mann muss sich in München wegen der Herstellung von Dopingmitteln vor Gericht verantworten (Symbolbild). Patrick Seeger/dpa

Der Angeklagte soll im großen Stil illegale Präparate hergestellt und verkauft haben. Der Zoll spricht wegen der sichergestellten Menge von einem außergewöhnlichen Fall.

Vor dem Landgericht München I hat der Prozess gegen einen Mann begonnen, der im großen Stil Dopingmittel hergestellt und verkauft haben soll. In seiner Wohnung fanden Ermittler im August vergangenen Jahres eine Menge, die die erlaubte Grenze nach der Dopingmittelmengenverordnung um das rund 25 000-fache überschritten haben soll.

Kurz nach Beginn des Prozesses zogen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung sich zu einem Rechtsgespräch zurück, wie ein Gerichtssprecher sagte. Ziel eines solchen Gesprächs kann ein sogenannter Deal sein, bei dem das Gericht einen Strafrahmen vorschlägt. Voraussetzung dafür wäre ein Geständnis des Angeklagten.

Nach Angaben des Zollfahndungsamtes München ist es ein Fall, wie die Ermittler ihn seit Jahren nicht erlebt haben. „Es ist uns gelungen, in München ein Untergrundlabor zur illegalen Herstellung von und zum Handel mit Dopingmitteln aufzuspüren“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Das gelinge bundes- und auch bayernweit zwar immer wieder. Aber: „Dieses hier ist in Größe sowie Umfang der sichergestellten Präparate und Grundstoffe auf die vergangenen fünf Jahre bezogen außergewöhnlich.“

Auch wenn die Dimension ungewöhnlich ist, ein Einzelfall ist es nicht. Das Zollfahndungsamt München hat allein im vergangenen Jahr 142 Ermittlungsverfahren zu Kriminalfällen mit Arznei- und Dopingmitteln geführt. 240 189 Dopingmittel in Tablettenform wurden sichergestellt und 32 Liter fertige Dopingmittel in Ampullen unterschiedlicher Größe.

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