Vor dem Prinzregentenbad dringt ein Geräuschteppich aus plätscherndem Wasser, glücklichem Gejohle und Kindergelächter ans Ohr – mithin der typische Freibadsound im Sommer. Allein so viel Fröhlichkeit will nicht recht zu dem passen, was sich nördlich der Schwimmbecken im Hauptgebäude des Prinzregentenstadions abspielt. Denn dort, wo im Sommer 2022 ein Brand Münchens größte Sauna verheerte, ist derzeit eine Baustelle – und daran wird sich auch so schnell nichts ändern.
Denn wie die Stadtwerke München (SWM) mitteilen, soll der Wiederaufbau der Saunalandschaft im Prinzregentenbad erst im kommenden Jahr beginnen. Bis dort also wieder auf Holz geschwitzt werden kann, dürfte noch längere Zeit vergehen. Auf die Frage, wann mit einer Wiedereröffnung der Sauna zu rechnen ist, antworten die Stadtwerke: „voraussichtlich Ende 2027“. Immerhin: Im Zuge des Wiederaufbaus soll das Prinze, wie es allseits genannt wird, „um Attraktionen erweitert werden, die bisher nicht im Angebotsumfang der Sauna wahrgenommen werden konnten“, so die SWM.
Rückblick: Am 20. August 2022 bricht in den frühen Morgenstunden ein Feuer im Prinzregentenstadion aus – mutmaßlich aufgrund eines technischen Defekts. Der dortige Saunabetrieb ist bereits wenige Wochen zuvor eingestellt worden. Der Grund: Inmitten der Energiekrise wollen die Stadtwerke Kosten sparen. Bis die Feuerwehr den Großbrand löschen kann, dauert es bis zum Vormittag. Was sich nach dem Unglück zeigt, ist ein Bild der Verwüstung. Zurück bleibt nicht viel mehr als einige verrußte Löcher in der Glasfassade. Und: ein Schaden in Millionenhöhe.
Der Brand im Hauptgebäude des Bads habe „einen umfassenden Rückbau des Innenausbaus“ notwendig gemacht, teilen die SWM mit. Zunächst seien unter anderem die Wand- und Deckenoberflächen von Schmutz und Ruß sowie die Lüftungsanlagen gereinigt worden; in der Folge habe man eine brandgeruchshemmende Beschichtung angebracht. „Der aufwändige Rückbau war Ende 2023 abgeschlossen“, heißt es seitens der Stadtwerke.
Anschließend ging es an die Planung des Wiederaufbaus. Diesen habe nicht nur die Schwere des Brands verkompliziert, sondern auch die Bauweise des Gebäudes, so die SWM. Da das Stadion zum Ensemble Prinzregentenstraße gehört, habe man überdies fortlaufende Gespräche mit den zuständigen Denkmalschutzbehörden geführt. Zudem wollten die Stadtwerke laut eigenen Angaben beim Wiederaufbau auf die Wünsche der Saunabesucherinnen und -besucher eingehen, weshalb es eine Befragung von Gästen und Mitarbeitenden gab.

Anschließend wurde im Juli 2024 die Neukonzeption der Saunalandschaft EU-weit ausgeschrieben. Aktuell läuft laut SWM die Entwurfsplanung. Zu den Kosten des Wiederaufbaus könne man noch keine Angaben machen, da die Vergabe an die Fachfirmen bislang nicht erfolgt sei, teilen die Stadtwerke mit. „Erste Schätzungen befinden sich im höheren einstelligen Millionenbereich.“
Im Zuge des Wiederaufbaus soll ein „erweitertes, nachhaltig ausgerichtetes Saunaangebot“ im Prinzregentenstadion entstehen. Unter anderem ist geplant, die Tauchbecken zu vergrößern, was den SWM zufolge ein vielfach geäußerter Wunsch der Gäste war. Zudem sieht die Neukonzeption mehrere kleinere Schwitzräume vor. Sie können dann je nach Andrang einzeln ausgeschaltet werden, um Energie zu sparen.
Mit Blick auf die zusätzlichen „Attraktionen“ im neuen Prinze nennen die Stadtwerke unter anderem eine Schneekabine, wie es sie etwa in der Olympia-Schwimmhalle gibt. Hier können sich Gäste nach dem Saunieren mit künstlich erzeugtem Pulverschnee abkühlen. Zudem soll es eine Sauna mit Panoramablick auf das Badegelände geben sowie neue Tauch- und Erfrischungsbecken.

