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Pride Week in München:Die bunten Fahnen bleiben

Der Christopher Street Day steht von 3. bis 11. Juli unter dem Motto "Proud. Human. Queer."

(Foto: Robert Haas)

Seitdem die Uefa der Stadt verboten hat, die Arena in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen, sind zahlreiche Flaggen in der Stadt zu sehen. Passend dazu findet nun der Christopher Street Day statt - erstmals mit einer Fahrraddemo.

Was für ein Zeichen: Weil die Uefa der Stadt verbietet, die Arena beim EM-Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen, wird München erst recht bunt. Am Rathaus wehten die Regenbogenflaggen, der Olympiaturm wurde ebenso angestrahlt wie ein Windrad im Münchner Norden und viele Tausende Münchnerinnen und Münchner trugen an jenem Tag Regenbogenfähnchen, T-Shirts oder Masken in den Farben. Zahlreiche Trambahnen rattern mit den Flaggen seither durch die Stadt, sie müssen nun auch gar nicht mehr abgenommen werden. Denn nun beginnt der Christopher Street Day (CSD): Er steht von 3. bis 11. Juli unter dem Motto "Proud. Human. Queer."

Auch im zweiten Corona-Jahr wird die traditionelle Demonstration von Lesben, Schwulen, bisexuellen, trans-, inter- und queeren Menschen zu einem Teil nur virtuell zu erleben sein. Allerdings wird diesmal am 11. Juli erstmals eine Radl-Demo stattfinden, bei der von 13 Uhr an insgesamt eintausend Teilnehmer auf insgesamt fünf Routen in die Stadtmitte fahren, natürlich alles unter Einhaltung der Schutzkonzepte. Außerdem wird es wieder eine Kulturbühne geben - zwar nicht auf dem Marienplatz, aber immerhin für fünfhundert Zuschauer auf der Theresienwiese unterhalb der Bavaria in "Resis Kulturgarten" mit DJs, Drag Show und Konzerten verschiedener Künstlerinnen und Künstler (Nähere Infos zum Programm unter www.csdmuenchen.de).

Schirmherr ist auch in diesem Jahr Oberbürgermeister Dieter Reiter, der in seinem Grußwort nicht nur betont, dass der Münchner CSD "als treibende Kraft seit Jahrzehnten nicht nur ganz hervorragende Arbeit" leiste, sondern zusammen mit den Veranstaltungen der Prideweek seit jeher "als buntes Aushängeschild für ein tolerantes und weltoffenes München glänzt". Der SPD-Politiker erinnert aber auch daran, dass es noch immer Diskriminierung von sexuellen Minderheiten in Teilen Europas gibt.

Wie wichtig der Münchner Politik die Gemeinschaft der LGBTIQ-Menschen ist, unterstreicht auch Reiters Stellvertreterin Katrin Habenschaden (Grüne). "München ist eine bunte, eine vielfältige Stadt. Hier kann man gut leben, ganz egal, wen man liebt", sagt die Zweite Bürgermeisterin. Doch erkämpfte Rechte seien nicht sicher, "wir sehen das in Polen und Ungarn. Ein anderes Beispiel ist Münchens Partnerstadt Kiew. Hier kämpft die Community jedes Jahr darum, dass eine Demo wie der CSD überhaupt stattfinden kann", sagt Habenschaden. "Wir müssen hier gegenhalten."

Deshalb liegt auch ein Schwerpunktthema der Prideweek in diesem Jahr auf dem Einsatz für die Situation für LGBTIQ in Osteuropa. In einigen EU-Staaten wie Polen und Ungarn würden die Rechte sexueller Minderheiten bereits wieder eingeschränkt, sagen die Veranstalter. Der zweite Schwerpunkt der Münchner Prideweek ist der Kampf für Trans-Rechte auch in Deutschland. Diesmal wird es auf dem Marienplatz dazu zahlreiche Informationsstände geben.

Stadtrat Thomas Niederbühl (Rosa Liste), politischer Sprecher des CSD, sagt klar: Als Menschen der LGBTIQ-Community "wollen wir leben und lieben mit den gleichen Rechten und Chancen wie alle anderen auch. Deshalb zeigen wir auch im zweiten Pandemiejahr beim CSD in München laut, sichtbar und vielfältig, wer wir sind und was wir fordern."

© SZ vom 02.07.2021 / anl/kafe
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