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Durchsuchung:Ehemaliger Leiter der Wiesnwache hilft bei neuen Impfzentren

Polizei in München: Polizeipräsidium an der Ettstraße

Das Polizeipräsidium in München.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der Beamte hat 2018 auf dem Oktoberfest einen Wirt vor einer Razzia gegen Schwarzarbeit gewarnt. Nun wird er versetzt.

Von Julian Hans

Der ehemalige Leiter der Wiesnwache soll künftig das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beim Aufbau der Impfzentren unterstützen. Dies bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Dienstag. Bereits Ende vergangener Woche hatte der neue Polizeipräsident Thomas Hampel "eine anderweitige Verwendung des Beamten außerhalb des Polizeipräsidiums München" angeordnet und zwar "bis auf Weiteres", wie es hieß.

Der Beamte hatte 2018 in seiner Funktion als Leiter der Polizeiinspektion auf dem Oktoberfest einen Wirt vor einer Razzia gegen Schwarzarbeit gewarnt. Trotz eines laufenden Strafverfahrens gegen ihn in dieser Sache wurde der 50-Jährige am 1. April dieses Jahres durch Hampels Vorgänger Hubertus Andrä zum Polizeidirektor befördert. Im August nahm der Polizist einen Strafbefehl wegen Geheimnisverrats an. Auf diesem Weg hätte die Geschichte ohne großes Aufsehen aus der Welt geschafft sein können, hätte nicht die Grüne Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze im Landtag eine Anfrage zu der Razzia vor zwei Jahren gestellt.

Erst als der Vorfall deshalb öffentlich bekannt wurde, leitete Polizeipräsident Thomas Hampel Ende vergangener Woche ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten ein. Nach seiner routinemäßigen Ablösung als Chef der Polizeiinspektion Sendling hatte der straffällig gewordene Polizeibeamte die Verteilung von Corona-Schutzkleidung koordiniert, bevor er in die Abteilung Einsatz ins Polizeipräsidium gewechselt war.

© SZ vom 25.11.2020 / anh/van
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