Die Summe war offensichtlich zu verführerisch, die ein angeblicher Teppichhändler einem Münchner Senior am Telefon für den Verkauf von dessen Auslegeware geboten hatte. Denn obwohl er selbst schon Verdacht geschöpft und bei der Polizei angerufen hatte, und obwohl diese ihn nachdrücklich vor möglichem Betrug oder Trickdiebstahl gewarnt hatte, hielt der über 80 Jahre alte Mann aus Trudering-Riem am zuvor vereinbarten Termin fest.
Als der angebliche Teppichkäufer dann am Mittwoch gegen 12.50 Uhr bei ihm erschien und noch an der Eingangstür das Gespräch auf Gold und Schmuck lenkte, griffen Zivilbeamte zu, die das Anwesen des Seniors vorsorglich überwacht hatten. Der angebliche Teppichkäufer entpuppte sich als ein 28-Jähriger aus München, der wegen Betrugs und Trickdiebstählen bereits aktenkundig ist. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden diverse Gegenstände sichergestellt, die mit gleich gelagerten Delikten in Verbindung gebracht werden.
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang auf eine gängige Masche von Trickdieben hin: Diese nehmen zunächst telefonischen Kontakt zu älteren Menschen auf und gaukeln Kaufabsichten für Teppiche, Pelze, Schmuck vor. Haben sie das Interesse ihrer Opfer geweckt, versuchen sie, in deren Wohnung zu gelangen und in unbeobachteten Momenten Wertsachen zu stehlen.

