Im Fall eines Tötungsdelikts in einer abgebrannten Obdachlosenbehausung im Münchner Norden hat die Polizei einen zweiten Tatverdächtigen festgenommen. Einsatzkräfte fassten den 56-Jährigen im Bereich des Münchner Flughafens, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Er habe sich dort „ohne Reiseabsicht“ aufgehalten.
Gegen den Schweden, der in Deutschland keinen Wohnsitz haben soll, war zuvor ein Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag erlassen worden. Der 56-Jährige habe sich widerstandslos festnehmen lassen, hieß es weiter. Bislang habe er sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er sollte noch am Donnerstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Der Fall beschäftigt die Behörden seit November vergangenen Jahres. Am Abend des 3. November 2025 war auf einem Baustellengelände im Stadtteil Lerchenau ein Feuer in einer provisorischen Unterkunft, einem Bretterverschlag, ausgebrochen. Bei den Löscharbeiten entdeckte die Feuerwehr die Leiche einer 32-Jährigen.
Eine Obduktion der Obdachlosen ergab später Hinweise auf ein Gewaltdelikt. Wie die Polizei nun mitteilte, sei diese Gewalttat ursächlich für den Tod der Frau gewesen; der Brand habe demnach wohl nur zur Vertuschung gedient. Bereits wenige Tage nach der Tat hatten die Ermittler eine 28-Jährige festgenommen. Die ebenfalls aus Schweden stammende Tatverdächtige befindet sich seitdem in Untersuchungshaft; sie hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

