Polizei in MünchenGerichts-Mitarbeiter verhindern Betrug nach Schockanruf

Die Frau sollte mit dem Geld zur Adresse des Amtsgerichts an der Pacellistraße kommen.
Die Frau sollte mit dem Geld zur Adresse des Amtsgerichts an der Pacellistraße kommen. (Foto: Florian Peljak)

Unbekannte fordern eine Frau auf, mit 50 000 Euro zum Amtsgericht zu kommen. Doch als sie das Geld im Gebäude abgeben will, bemerken Wachdienstler, dass etwas nicht stimmt.

Eine Häufung von sogenannten Schockanrufen hat die Polizei in dieser Woche bemerkt. Allein am Mittwoch wurden fünf davon registriert – bei dreien entstand insgesamt ein finanzieller Schaden von mindestens 100 000 Euro.

Ein älteres Ehepaar aus Hadern wurde nach Angaben der Polizei allerdings auf kuriose Weise vor noch größeren Verlusten bewahrt. Ein Anruf erreichte am Dienstag die Frau, ihr wurde die übliche Geschichte erzählt: Schwiegertochter verursacht Verkehrsunfall mit einem Toten, nun müssten mehrere 10 000 Euro Kaution bezahlt werden.

Die Frau übergab Bargeld und Schmuck an einen Abholer, zudem überwies ihr Mann Geld auf ein osteuropäisches Konto. Für den Folgetag, also den Mittwoch, wurde eine weitere Übergabe, dieses Mal 50 000 Euro, vereinbart. Dieses Mal sollte die Frau in die Pacellistraße zum Gebäude des Amtsgerichts kommen. Betrüger benutzen oft solche „offiziell“ wirkenden Adressen – Gerichtsgebäude, Polizeidienststellen –, um die Glaubwürdigkeit ihrer Forderungen zu erhöhen.

In diesem Fall aber ging der Schuss nach hinten los. Denn als die Frau am Mittwoch mit der geforderten Summe am Amtsgericht eintraf, ging sie zur Einlasskontrolle und fragte, wo sie denn hier das Geld abgeben könne. Die Wachdienstler bemerkten den Betrug und riefen die Polizei. Allerdings schien auch der Abholer Verdacht geschöpft zu haben – trotz sofort eingeleiteter Fahndung tauchte er nicht mehr auf.

Bei zwei weiteren Fällen am Mittwoch, einer in Ottobrunn und einer in Solln, entstanden einmal 50 000 und einmal 20 000 Euro Schaden.

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Sie stand gerade in der Küche, als das Telefon klingelte. „Jannick, bist du’s?“ Ein paar Stunden später waren 60 000 Euro weg. Und wer jetzt fragt, wie man auf Enkeltricks und Schockanrufe reinfallen kann, sollte besser mal denen zuhören, denen es passiert ist.

SZ PlusVon Elisa Schwarz (Text) und Stefan Dimitrov (Illustration)

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