München:Rentner überlistet zwei falsche Polizisten

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Telefon

Die Betrüger sitzen oft in Callcentern im Ausland und melden sich von dort bei alten Menschen.

(Foto: dpa)

Der Mann verabredete zum Schein ein Treffen - und half den echten Beamten so bei der Festnahme.

Von Joachim Mölter

Dank der Aufmerksamkeit eines Rentners hat die Polizei am Mittwoch erneut zwei Mitglieder einer Betrügerbande festgenommen, die von der Türkei aus gesteuert wird. Von dortigen Callcentern aus rufen die Verbrecher hierzulande an, geben sich als Polizeibeamte aus und versuchen auf diese Weise, vor allem ältere Menschen um Wertsachen zu bringen.

Die Zahl der Verhafteten bei dieser Art von Organisierten Kriminalität ist in diesem Jahr bereits auf 31 gestiegen; im gesamten Vorjahr waren es 16 gewesen. Die Münchner Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es gegenwärtig in der ganzen Stadt zu sehr vielen solcher betrügerischen Anrufe kommt. Neben dem Trick mit den falschen Polizeibeamten wenden die Täter auch sogenannte Schockanrufe an: Dabei fordern vermeintliche Verwandte der Angerufenen wegen eines Unfalls oder einer anderen Notlage dringend Geld.

Ein mehr als 80 Jahre alter Rentner aus Obersendling fiel auf diese Masche allerdings nicht herein. Er war am Mittwochmittag von einem Mann angerufen worden, der sich als Kriminalbeamter ausgab und eine gängige Geschichte erzählte: In der Nachbarschaft des Rentners sei mehrmals eingebrochen worden, zum Schutz vor den Dieben biete er an, die in der Wohnung befindlichen Vermögenswerte von zwei zivilen Polizeibeamten abholen und sicher aufbewahren zu lassen.

Der Rentner durchschaute das Spiel allerdings. Unter einem Vorwand unterbrach er das Gespräch und verständigte derweil die echte Polizei. Bei einem neuerlichen Telefonat mit dem angeblichen Kriminalbeamten vereinbarte er die Übergabe eines fünfstelligen Geldbetrages.

Als am Nachmittag dann die zwei falschen Zivilpolizisten an der Wohnung auftauchten, wurden sie von echten Einsatzkräften festgenommen. Bei den sogenannten Abholern, die die Wertsachen für die Hintermänner in der Türkei einsammeln, handelt sich um einen 18 Jahre alten Schüler und einen 20 Jahre alten Kellner, beide aus München. Für sie wurde Untersuchungshaft beantragt.

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