Polizeikontrollen in München:Mit dem Radl auf der A8, Tempo 60 mit dem E-Bike

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Die Polizei hat einen Monat lang den Radverkehr in München besonders stark kontrolliert. (Foto: Florian Peljak)

2100 Beanstandungen hat die Polizei – bei 3500 Kontrollen im Mai. Wen sie dabei alles erwischte.

Von Stephan Handel

Es war eine Menge zu tun: 3500 Kontrollen, 2100 Beanstandungen, Strafanzeigen, Bußgelder und Verwarnungen – das kommt heraus, wenn sich die Münchner Polizei einen Monat lang schwerpunktmäßig um den Radverkehr und seine Sicherheit kümmert. 200 Münchner Beamte waren den ganzen Mai an der bundesweiten Aktion beteiligt.

Am häufigsten wurden die Polizisten tätig bei den sogenannten „Geisterradlern“, also bei Radlern, die auf der falschen Straßenseite oder auf dem Gehweg in verkehrter Richtung fahren: 800 Falschfahrer wurden angehalten. Auf Platz 2 liegen Rotlicht-Verstöße mit 199 Fällen.

148 Mal wurden Radler mit dem Handy am Ohr erwischt, 60 Mal war die Beleuchtung nicht ausreichend. Sechsmal wurden manipulierte E-Bikes aus dem Verkehr gezogen. Am schnellsten unterwegs war ein 18-jähriger Münchner: Ihn hielt die Polizei an einem Freitagabend kurz vor Mitternacht auf der Leopoldstraße auf, er fuhr 60 statt der erlaubten 25 Kilometer pro Stunde. Zudem stellte sich heraus, dass das E-Bike gar nicht seines war: Der tatsächliche Eigentümer kam selber zu einer Polizeiinspektion und meldete, dass sein Rad verschwunden sei. Nun wird überprüft, ob er für die Manipulationen verantwortlich ist.

Nicht zu schnell, aber auf der falschen Straße war ein Radfahrer am Sonntag vor zwei Wochen unterwegs: Ihn fand eine Streife auf der A8 bei Neubiberg Richtung Salzburg radelnd. Er habe nur eine „Ausfahrt“ unternehmen wollen, gab er an, wurde aber trotzdem verwarnt und auf den Radweg neben der Autobahn verwiesen.

Auch eine Bande Fahrraddiebe wurden während des Aktionsmonats erwischt: In Perlach entdeckten Polizisten einen Anhänger mit ausländischer Zulassung und etwa zehn Rädern darauf, die alle gestohlen waren. Die Räder wurden sichergestellt und der Anhänger observiert. Dabei wurden schließlich zwei Männer festgenommen, 34 und 43 Jahre alt und rumänischer Staatsangehörigkeit. Sie sitzen jetzt in Untersuchungshaft, werden wegen gewerbsmäßigen Diebstahls angezeigt und warten auf ihren Prozess.

Oft wird der Polizei vorgeworfen, sie gehe nicht entschlossen genug gegen Autofahrer vor, die Radler behindern oder sie in Gefahr bringen. Zumindest für den Aktionsmonat kann das Präsidium das zurückweisen: Von den 3500 Kontrollen galt rund ein Drittel, also mehr als 1000, den motorisierten Verkehrsteilnehmern. Dabei wurden in 240 Fällen Parkverstöße festgestellt und aufgenommen, also Autos, die auf Rad- oder Fußwegen standen. Der Bußgeldkatalog sieht dafür abgestufte Strafen vor: Sie beginnen bei 55 Euro und reichen bis zu 100 Euro, wenn das parkende Auto Ursache für einen Unfall wird.

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