Großeinsatz in MünchenFußgänger nach Streit mit Auto angefahren – Haftbefehl wegen versuchten Mordes

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An einer Bushaltestelle am Harras ist es zu einem Polizeieinsatz gekommen.
An einer Bushaltestelle am Harras ist es zu einem Polizeieinsatz gekommen. Martin Bernstein

Das Opfer überlebte schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter war geflohen und kurze Zeit später festgenommen worden. Die Polizei teilt neue Details mit.

Von Martin Bernstein und Stephan Handel

Die Tatwaffe war das Auto. Am Harras, einem Verkehrsknotenpunkt im Münchner Stadtteil Sendling, hat nach einem Streit am Mittwochmorgen ein Autofahrer einen Fußgänger angefahren und schwer verletzt liegen lassen. Die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus, die Münchner Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Sie sucht jetzt Augenzeugen und Videos von dem Vorfall. Ein Richter hat am Donnerstag Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen den Autofahrer erlassen, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt. Der Richter sieht das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt.

Alarmiert wurden die Beamten zunächst wegen der Meldung eines Unfalls am Harras, sagte ein Polizeisprecher am Vormittag. Am Ort des Vorfalls stellte sich jedoch schnell heraus, dass es sich um ein versuchtes Tötungsdelikt gehandelt haben könnte.

Was gegen 8 Uhr an der Bushaltestelle in der Plinganserstraße genau passiert ist, muss noch endgültig ermittelt werden. Erste Hinweise und Spuren am Ort des Geschehens deuten darauf hin, dass ein 59 Jahre alter Münchner aus einem Linienbus ausstieg, nachdem er sich in einen Streit zwischen dem Bus- und einem Autofahrer eingemischt hatte.

Es sei zu einem Streit gekommen, berichtete die Polizei am Mittwoch. Plötzlich habe der Autofahrer Gas gegeben und den Fußgänger – offensichtlich mit Vorsatz – an- oder überfahren. Anschließend türmte der Autofahrer in seinem Nissan-Kleintransporter. Bei einer Sofortfahndung konnte er gegen 11 Uhr von einer Streifenwagenbesatzung im Münchner Stadtgebiet gestellt werden. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 50-Jährigen, der ebenfalls in München lebt.

Das schwer verletzte Unfallopfer wurde vom Rettungsdienst in eine Münchner Klinik gebracht und dort noch am Vormittag operiert. Der Mann schwebe nicht in Lebensgefahr, teilte Thomas Schelshorn, Pressesprecher der Münchner Polizei, am Mittag mit.

Die Plinganserstraße wurde während der Versorgung des Schwerverletzten und anschließend zur Spurensicherung gesperrt. Während des Polizeieinsatzes stand ein Linienbus der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit eingeschaltetem Warnblinker an der Bushaltestelle. Mit einer Drohne dokumentierte die Polizei den mutmaßlichen Tatort. Beamte befragten die zahlreichen Augenzeugen – der Vorfall hatte sich im morgendlichen Berufsverkehr ereignet.

Dennoch sind weitere Zeugen für die Ermittlungen des Kommissariats 11 wichtig. Wer sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall geben kann oder Foto- beziehungsweise Videoaufnahmen gemacht hat, soll sich deshalb bei der Münchner Kriminalpolizei, Telefon 089/29100, melden.

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