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Innenministerium:Koks-Skandal bei Münchner Polizei schon seit 2018 bekannt

Polizeipräsidium in München, 2020

Herrmann gestand auch, es könne "nicht völlig ausgeschlossen werden, dass einige Polizeibeamte während des Dienstes Betäubungsmittel konsumiert haben".

(Foto: Stephan Rumpf)

Minister Joachim Herrmann räumt ein, sein Haus sei bereits vor zwei Jahren über die Suspendierungen einzelner Beamter in diesem Zusammenhang informiert worden.

Von Julian Hans

Das bayerische Innenministerium hat bereits seit Dezember 2018 vom Koks-Skandal bei der Münchner Polizei gewusst. Sein Haus sei am 19. Dezember 2018 per Mail über die Suspendierungen einzelner Beamter in diesem Zusammenhang informiert worden, teilte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katharina Schulze mit.

Einen Tag später sei das Ministerium auch über die Aussagen des Drogenhändlers Michael P. in Kenntnis gesetzt worden. Dieser hatte nach eigenem Bekunden mehrere Polizisten zu Sonderkonditionen mit Kokain versorgt, die ihn ihrerseits vor Strafverfolgung schützten. Die weiteren Ermittlungen haben ergeben, dass die meisten Beschuldigten - etwa ein Dutzend - in der Altstadtwache beschäftigt waren.

Herrmann hatte vor zwei Wochen per Brief an alle Polizeibeamten appelliert, strafbares Verhalten von Kollegen anzuzeigen. Außerdem will er prüfen, ob Polizisten häufiger die Dienstgruppen wechseln sollten, um falschem Korpsgeist vorzubeugen. Dafür, dass das Ministerium seit 2018 von den Vorgängen wisse, sei es "zwei Jahre ziemlich still bezüglich organisatorischen Veränderungen" gewesen, kritisierte Schulze. Herrmann räumte auch ein, es könne "nicht völlig ausgeschlossen werden, dass einige Polizeibeamte während des Dienstes Betäubungsmittel konsumiert haben".

© SZ vom 16.10.2020 / anh/syn

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