Alter Botanischer GartenFast 5000 Kontrollen im Kampf gegen Drogenhandel, Sexual- und Gewaltdelikte

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Eine der zahlreichen Kontrollen im Alten Botanischen Garten, bei denen insgesamt fast 5000 Personen überprüft wurden.
Eine der zahlreichen Kontrollen im Alten Botanischen Garten, bei denen insgesamt fast 5000 Personen überprüft wurden. Robert Haas

Seit rund einem Jahr versucht eine Taskforce, die Kriminalität im Alten Botanischen Garten einzudämmen. Wie ihre Bilanz ausfällt und in welchem Fall die Videoüberwachung besonders wertvoll war.

Von Stephan Handel

Ein knappes Jahr, nachdem der Alte Botanische Garten nahe des Stachus in den Fokus von Stadt und Polizei geraten ist, zieht das Polizeipräsidium eine positive Bilanz seiner erhöhten Präsenz dort: Das habe „zu einer spürbaren Verbesserung der Situation vor Ort“ beigetragen.

Der Alte Botanische Garten steht seit Jahren in dem Ruf, ein Ort des Verbrechens zu sein – Drogenhandel, Sexual- und Gewaltdelikte häuften sich auf erschreckende Art und Weise. Seit Mai 2024 arbeitet deswegen eine Taskforce, bestehend hauptsächlich aus Mitarbeitenden des Kreisverwaltungsreferats (KVR) und des Polizeipräsidiums, an einer Verbesserung der Situation. Die Stadt sorgte für bessere Beleuchtung, einen Rückschnitt der Gebüsche an den Rändern und Reduzierung der Sitzgelegenheiten, damit Dauer-Aufenthalte nicht zu gemütlich wurden. Die Polizei installierte gegenüber, an der Nordseite des Justizpalastes, eine Video-Überwachungsanlage.

Die machte sich unter anderem im September 2024 bezahlt: Bei einer Streiterei war ein Mann nach einem Tritt gegen den Kopf zu Boden gegangen und wenig später gestorben. Dank der Überwachungsaufnahmen wurde ein Verdächtiger identifiziert und fünf Tage später in Düsseldorf festgenommen. Wie sich herausstellte, war das Opfer aber nicht an dem Tritt gestorben, sondern an einem Herzinfarkt, den er danach erlitt. Deshalb wird gegen den Täter wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.

Die Polizei fährt zudem seit Mai 2024 das Modell der sogenannten Konzepteinsätze: in hoher Frequenz und mit viel Personal die Anzahl der Kontrollen systematisch zu erhöhen. 105 Mal rückten die Beamten dazu aus, mit Polizisten der Inspektionen Maxvorstadt, Altstadt und Westend, verstärkt durch jeweils 20 Beamte der bayerischen Bereitschaftspolizei.

Fast 5000 Menschen wurden in dieser Zeit kontrolliert. 1500 Personen erhielten Platzverweise, zumeist Konsumenten von Rauschgift. 131 Kontrollierte wurden wegen diverser Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgenommen und angezeigt, 59 davon dem Haftrichter vorgeführt zur Entscheidung über eine etwaige Untersuchungshaft.

Neben Repressionen soll es auch Prävention geben

Im Dezember 2024 beschloss der Münchner Stadtrat, den Sicherheitskräften weitere Mittel an die Hand zu geben; diese Maßnahmen traten zum 15. Januar 2025 in Kraft. Seitdem gilt im Alten Botanischen Garten ein Alkohol- und Cannabisverbot, sowohl was Konsum als auch was Mitführung angeht. Außerdem ist der Park seitdem eine Messerverbotszone. Das ermöglicht der Polizei, präventiv einzuschreiten, wenn jemand ein Messer oder einen anderen gefährlichen Gegenstand bei sich hat: Die Beamten müssen nicht mehr warten, bis etwas Illegales geschieht, sondern können gleich die Waffe beschlagnahmen und dem Besitzer einen Platzverweis erteilen.

Die Polizei und der Kommunale Außendienst des KVR haben seitdem – vom 15. Januar bis zum 31. März – 634 Verstöße gegen die neuen Regelungen festgestellt. 516 Mal ging es dabei um Alkohol, 111 Mal um Cannabis, elfmal um das Messerverbot. Die Folgen waren jeweils Ordnungswidrigkeitsverfahren, die Bußgelder dafür können bis zu 500 Euro erreichen.

Neben der Repression soll es aber auch weiterhin um Prävention gehen. Deswegen sollen bis Juli 2025 eine Skateanlage, ein Basketballplatz und ein Fußballfeld entstehen. Ein Kiosk und sanitäre Anlagen sind außerdem geplant. Zudem wird die Sozialarbeit des Vereins Condrobs für Jugendliche ausgeweitet. Sozialarbeiter sollen künftig dreimal täglich an sieben Tagen in der Woche im Alten Botanischen Garten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

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