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Podiumsdiskussion:Mehr Geld für den Denkmalschutz

MdL Sabine Weigand lädt zu einem Spaziergang durch den Englischen Garten ein. Dabei wird erläutert, warum der Garten ein herausragendes Beispiel der Gartenkunst ist.

Der Monopteros im Englischen Garten.

(Foto: Florian Peljak)

Politiker und Experten fordern bei einer Podiumsdiskussion größere Aufmerksamkeit für den Erhalt alter Bauwerke.

Ein sonniger Spätsommernachmittag im Englischen Garten. Zahlreiche Spaziergänger sind unterwegs, andere haben es sich auf den Wiesen gemütlich gemacht. Radler benutzen Routen, die deutlich als Fußwege ausgeschildert sind. Ein E-Roller flitzt vorbei, motorisierte Fahrzeuge sind hier aber eigentlich nicht erlaubt. Nicht immer klappt es mit der gegenseitigen Rücksichtnahme.

"Der Englische Garten wird ganz selbstverständlich intensiv genutzt, aber er muss auch intensiv gepflegt und repariert werden", sagt Jost Albert, Leiter der Gärtenabteilung in der Bayerischen Schlösserverwaltung. Zum Beispiel habe die Menge des Mülls enorm zugenommen, 160 000 Tonnen im Jahr müssen beseitigt werden. Die Bäume litten zunehmend unter langen Trockenperioden. In der Verwaltung brauche man mehr Mitarbeiter, um gegen drohende Schäden anzugehen, sagt Albert.

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Die Landtagsabgeordnete Sabine Weigand (Grüne) hört interessiert zu. Gerade ist sie drei Wochen lang durch Bayern gereist, um sich nur mit dem Thema Denkmalschutz zu beschäftigen. Sie hat mit Hauseigentümern geredet, Objekte besichtigt und sich über Verwaltungsprobleme informieren lassen. Der Besuch im Englischen Garten ist ihre letzte Station.

Die promovierte Historikerin und Autorin von Mittelalter-Romanen lebt in Schwabach bei Nürnberg. Sie hat sich in ihrer politischen Arbeit ganz dem Denkmalschutz verschrieben. Der brauche einen neuen Schub. Sie habe gelernt, dass der Denkmalschutz stärker ins Bewusstsein der Bürger und Politiker rücken müsse - und dabei zum Beispiel auch die öffentlichen Gärten nicht vergessen werden dürften.

Immer wieder ging es bei der Tour um die denkmalgerechte energetische Sanierung (Solarzellen auf dem Dach) von Bauwerken, um Klagen, dass private Eigentümer zu wenig finanzielle Unterstützung für ihre Objekte bekommen und dass es zu lange dauert, bis entsprechende Anträge bearbeitet werden. Um den Denkmalschutz voranzubringen, will Weigand im Landtag ein ganzes Paket von Forderungen stellen. Dass mehr Fördergeld zur Verfügung steht und dass die Bearbeitungsprozesse von Anträgen beschleunigt werden, gehört dazu.

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Auch Münchens Stadtbaurätin Elisabeth Merk ist dafür, dem Denkmalschutz einen höheren Stellenwert einzuräumen. "Wir brauchen mehr Personal, um die Aufgaben bewältigen zu können", sagte sie auf einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend im Landtag, die Katrin Habenschaden, die Fraktionsvorsitzende der Rathaus-Grünen, moderierte. Grundsätzlich müsse man dem Erhalt alter Bausubstanz mehr Aufmerksamkeit widmen. Für den Bereich der Altstadt gibt es bereits Leitlinien für das Bauen und Renovieren mit einem Katalog von Maßnahmen. Diese Richtschnur sollte man auf den Bereich der ganzen Innenstadt ausdehnen, forderte Merk.

Für Generalkonservator Mathias Pfeil, Leiter des Landesamts für Denkmalpflege, sind Information und Dialog ein Schlüssel zum besseren Verständnis von Denkmalpflege. Seit einem Jahr arbeite das "Bürgerportal Denkmalpflege", das beim Landesamt angesiedelt ist, mit Erfolg an diesem Thema, sagte Pfeil. Zum Thema energetische Sanierung meinte er, Denkmalpflege sei das Nachhaltigste, was es gebe. Man könne heute ein Gebäude so instandsetzen, dass es modernen Anforderungen entspricht und dabei seinen Charakter als Denkmal nicht verliert.

Wichtige Impulse für den Denkmalschutz wollen der Verein "Kulturerbe Bayern" und die Plattform "Denkmalnetz Bayern" geben. Sybille Krafft und Meike Gerchow wünschten sich, dass sich Bürger und zum Beispiel auch Bezirksausschüsse mehr engagieren und besser vernetzen. Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler warf schließlich noch die Frage auf, ob Denkmal-Fördergelder auch wirklich da ankommen, wo sie hin sollen.

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