Wer in der Nacht von Montag auf Dienstag in den Himmel schaute, konnte Zeuge eines Naturphänomens werden, das nur selten in deutschen Breitengraden zu beobachten ist: Aurora borealis, auch bekannt als Polarlichter.
Sie entstehen durch Sonneneruptionen, die Plasmaströme voller elektrisch geladener Teilchen in Richtung Erde auslösen können. Sobald diese Teilchen das die Erde schützende Magnetfeld erreichen, werden sie in Richtung Nord- und Südpol gelenkt. Dringen sie dann in die Erdatmosphäre ein, kommt es zu einem chemischen Prozess, der das bunte Leuchten hervorruft.
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Dass die Lichtschwaden auch über München sichtbar waren, lag an einer besonders starken Eruption am Sonntagabend. „Ein so extremer Masseauswurf ist sehr selten“, sagt Marco Sproviero, Vorsitzender der Beobachtergruppe der Sternwarte am Deutschen Museum. Zuletzt war das Naturspektakel im Mai 2024 über Bayern zu sehen. „Das war damals schon beeindruckend, aber da war es nicht so stark wie diesmal“, sagt er.
Wenn der Himmel so klar bleibt, könnten die Lichter auch Dienstagnacht wieder zu sehen sein. „Wahrscheinlich aber nicht mit der gleichen Intensität wie am Montag“, sagt Marco Sproviero. Denjenigen, die es am Dienstag noch einmal probieren wollen, empfiehlt er deswegen, eher aus der Stadt herauszufahren, weg vom Streulicht und der Lichtverschmutzung, an einen Ort mit möglichst freiem Blick nach Norden. Nur in den Süden sollte man nicht fahren: „Sonst hat man wieder die Stadt mit ihren Lichtern dazwischen.“ Von Mittwoch an wird es dann unwahrscheinlicher, in München noch Polarlichter zu sehen: „Das ebbt schnell wieder ab“, sagt Sproviero.
Bis Polarlichter hier erneut zu sehen sein werden, könnte es dauern. „Das lässt sich schwer vorhersagen. Wir wissen aber, dass die Sonne etwa alle elf Jahre eine Umpolung durchläuft, bei der es vermehrt zu Sonneneruptionen kommen kann“, sagt Sproviero. Dieser Prozess habe aber bereits Ende 2024 seinen Höhepunkt erreicht, sodass die Zahl der Eruptionen erst einmal eher weniger werde.

