Vorstellung der Wiesn-PlaymateWas das Besondere an ihrem Titel ist

Lesezeit: 3 Min.

Die diesjährige Wiesn-Playmate Valentina Ruckle mit der ersten gezapften Mass der Veranstaltung.
Die diesjährige Wiesn-Playmate Valentina Ruckle mit der ersten gezapften Mass der Veranstaltung.
Foto: Stephan Rumpf

Dass Valentina Ruckle nur drei Schläge braucht, um ein Bierfass anzuzapfen, ist gar nicht das, was den Rang der Wiesn-Playmate eigentlich so außergewöhnlich macht.

Von Thomas Becker

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Nein, ihr Sohn habe mit dem „Playboy“ noch nichts am Hut, versichert Valentina Ruckle, „der ist ja erst sechs.“ Dass die Mama da nun auf dem Cover „mit und ohne Dirndl“ angekündigt wird und so nackt zu sehen ist, wie sie sonst wohl nur der Sohnemann und der Papa zu sehen bekommen, das weiß der Junge nicht, „und ich hoffe, er erfährt es auch erst irgendwann in ein paar Jahren, nach der Schule“, sagt Ruckle und lacht.

Seit Donnerstagabend ist die 27-Jährige nämlich Wiesn-Playmate, ein Titel, der auch für den Macher des längst legendären Männer-Magazins etwas Besonderes ist: „Die Wiesn-Playmate ist die einzige Playmate mit eigenem Cover und eigenem Event“, erklärt Chefredakteur Florian Boitin und meint mit Letzterem die bier- und auch weinselige Runde, die sich in der erst vor ein paar Monaten eröffneten Gastwirtschaft des Deutschen Theaters eingefunden hat.

Der Gastgeber und Hofbräu-Chef Jörg Lehmann bewirtet eine bunte Promi-Schar von Simone Ballack und Verena Kerth über Leslie Mandoki, DJ John Munich, Moses Wolff, Michel Guillaume, Markus Othmer bis zum Oimara, der im richtigen Leben ja Beni Hafner heißt. Spät am Abend hat Schlagersängerin und Oktober-Playmate Pia-Sophie Remmel noch einen Kurz-Auftritt. Und dann sind da noch ein halbes Dutzend Ex-Wiesn-Playmates, die der Novizin die Daumen drücken für die erste Amtshandlung: Bierfass anzapfen. Kann man sich ja nur blamieren, aber Valentina Ruckle macht das prima: Nach zwei vorsichtigen Klopfern haut sie bei Schlag Nummer drei dermaßen zu, dass es nur so spritzt und die Fotografen eine schöne Bierdusche abbekommen.

Nach drei Schlägen ist es geschafft: Wiesn-Playmate Valentina Ruckle beim Bierfass anzapfen.
Nach drei Schlägen ist es geschafft: Wiesn-Playmate Valentina Ruckle beim Bierfass anzapfen.
Foto: Stephan Rumpf

Dank Schürze bleibt die Playmate trocken. Wäre auch schade um das schöne neue Dirndl, ein feuerrotes Modell, „mit Teller-Rock und einer Bluse mit Spitzenärmeln“, erklärt Axel Munz, der Chef von Trachten Angermaier, der die von Boitin Auserwählte seit mehr als 20 Jahren höchstselbst ausstattet.

Mit der „Nacht der Tracht“ hat er gerade ein rauschendes Fest hinter und viele lange Wiesn-Abende vor sich. Wie es mit neuen Trends aussieht? „Die Dirndl werden länger, 75 bis 80 Zentimeter“, erklärt Munz, wobei er ja 65 bis 70 Zentimeter am besten findet. Die aktuellen Farben? „Rot und grün in allen Tönen.“ Wie schaut’s bei den Herren der Schöpfung aus? „Ohne Tracht hat Mann keine Chance mehr. Die Männer schauen halt auch, dass sie gut aussehen, sind modischer geworden. Klar darf eine Lederhose Patina haben, aber die Weste muss schon frisch und flott aussehen.“ Muss er ja sagen, als Trachten-König. Und was trägt der Playboy auf der Wiesn? „Auf jeden Fall eine kurze Lederhose“, empfiehlt Munz, „mit der langen bist du nicht so flexibel, wenn es auf die Bänke und Tische geht.“

Playmates und Covergirls des Playboys, von links nach rechts: Vroni Pitreis, Hanna Weig, Julia Römmelt und Leonie Splitter.
Playmates und Covergirls des Playboys, von links nach rechts: Vroni Pitreis, Hanna Weig, Julia Römmelt und Leonie Splitter.
Foto: Stephan Rumpf

Woran man einen Playboy auf der Wiesn erkennt, erklärt Magazin-Macher Boitin: „Er weiß, dass er Stil und Manieren hat. Er ist sicher nicht der Lauteste und Besoffenste, aber einer der Lustigen, einer mit gutem Humor. Er ist erwachsen. Und er war schon immer ein Münchner.“ Damit spielt er auf die diversen Büros in der Stadt an, in denen das Magazin in den vergangenen Jahrzehnten entstanden ist. So nah wie nun war man der Wiesn noch nie: Vom Büro am Kaiser-Ludwig-Platz sind es nur ein paar Masskrugwürfe zur Theresienwiese.

Der „Playboy“ stehe für Hedonismus und Lebensfreude, von daher sei „das hedonistische Großereignis Wiesn“ sozusagen seine idealtypische Party, findet Boitin. Auch deshalb betreibe die Redaktion bei der Wahl der Wiesn-Playmate einen gehörigen Aufwand: „Die Frauen bewerben sich bei uns, und dann gibt es einen kleinen Casting-Prozess unserer Foto-Redaktion, die ja ausschließlich mit Frauen besetzt ist.“ Ausgewählte Bewerberinnen werden in die Redaktion eingeladen, man beschnuppert sich, denn die Anforderungen an die Wiesn-Playmate in spe gehen über das Äußerliche hinaus – schließlich ist die junge Frau ja auf zig Events die Repräsentantin des Magazins. Die Foto-Redaktion schlägt dem Chef schließlich eine Handvoll Kandidatinnen vor und lädt diese zu einer Art Interview ein, „wie ein Bewerbungsgespräch“, so Boitin. Danach fällt er die Entscheidung – und macht damit zumindest eine Bewerberin sehr glücklich.

Dass da so einiges auf sie zukommt, sei ihr bewusst, sagt Valentina Ruckle, aber als gebürtige Münchnerin freue sie sich darauf, bei all den Events dabei zu sein: Einzug der Wiesn-Wirte am ersten Samstag, Trachten-Umzug am Sonntag, Autogrammstunde in Angermaiers Dependance in Stuttgart, und einen Auftritt im SAP Garden hat sie auch noch, beim Eishockey-Spiel des EHC Red Bull München: „Ich glaub’, ich soll da am Anfang diesen Puck reinwerfen“, sagt sie und lacht. Wird schon werden. Und der Junior ist in der Zeit auch gut versorgt: „Meine Mama hat sich den September freigenommen.“

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