Zum Tod von Peter SegmüllerDer Mann, der die Hüpfburgen vor die Möbelhäuser brachte

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Möbelunternehmer Peter Segmüller.
Möbelunternehmer Peter Segmüller. (Foto: privat)

Die Firma Segmüller hat sich binnen hundert Jahren von einem Familienbetrieb zu einer Möbelhaus-Kette entwickelt. Eine prägende Figur dabei: Peter Segmüller, einer der Söhne des Firmengründers.

Von René Hofmann

Es gibt Firmennamen, die sind so geläufig, dass darüber in Vergessenheit gerät, dass es echte Namen sind. Segmüller zum Beispiel. 1925, also vor genau hundert Jahren, gründete der damals 24 Jahre alte Hans Segmüller in Friedberg bei Augsburg eine Firma, die Polstergestelle produzierte. Der Mann darf als fleißig gelten, so schnell wie die Firma wuchs.

Ende der 1940er-Jahre ging es mit Polstermöbeln los, 1954 wurde die erste eigene Filiale zu deren Verkauf eröffnet: in der Kaufingerstraße in München. In den 1980er-Jahren wuchs das Geschäft in neue Dimensionen: Es eröffnete Möbelhäuser – das erste in Friedberg. 1998 wurde das große Haus in Parsdorf im Münchner Osten eingeweiht.

Das Besondere an Segmüller: Die Firma befindet sich in Familienbesitz, inzwischen in der dritten Generation. Eine prägende Figur der Dynastie ist vor Kurzem gestorben: Peter Segmüller, der 1967 in den elterlichen Betrieb eingestiegen war und diesen zusammen mit seinen Brüdern Hans und Paul bis 2012 geführt hatte.

Peter Segmüller war zuständig für den Einkauf, den Verkauf, die Finanzen, die Personalentwicklung – und das Marketing. Als einer der Ersten in der Branche hatte er das Gespür, dass Möbel allein nicht reichen, um Menschen anzulocken. Segmüller hatte viele Ideen, womit sich das Geschäft noch weiter ankurbeln ließ. Er stellte Bierzelte vor die Möbelhäuser, die den Familiennamen trugen, Karusselle, Hüpfburgen.

Den Einkauf zum Event stilisieren, Erlebniswelten kreieren: Diese Idee gefiel ihm, obwohl er keiner war, der sich auf Events selbst öffentlich inszenierte. Er hatte eine große Musikleidenschaft, von Klassik bis Jazz. Aber die pflegte er weniger auf der ganz großen Bühne, sondern bevorzugt am Klavier oder bei Treffen mit Musikerfreunden.

Humanistisches Gymnasium, Bundeswehrdienst, Studium in Köln: Das war seiner Zeit im Familienunternehmen vorausgegangen, das die einzige Firma blieb, für die er in seinem Berufsleben wirkte. Wie die Brüder gab er die Leidenschaft fürs Möbelgeschäft an die nächste Generation weiter. Wie das geschah? Indem das, was im Unternehmen anstand, stets zu Hause besprochen wurde. Und die Kinder in den Ferien mitarbeiteten. So hat er es selbst einmal geschildert.

„Er lebte vor, was er von anderen erwartete: Zuverlässigkeit, Leidenschaft, Freude an der Arbeit“: So formuliert es die Firma Segmüller in einem Abschiedsschreiben selbst. Außerdem heißt es dort: „Sein permanenter Kampf um die günstigsten Preise am Markt war legendär.“

2016 erhielt Peter Segmüller gemeinsam mit seinen Brüdern den Bayerischen Gründerpreis in der Kategorie Lebenswerk.

Am 22. Oktober 2025 ist er im Alter von 83 Jahren gestorben.

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