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Polizei in München:Vorfall in Paulskirche war kein Terror

Am Karsamstag hatte ein 36-Jähriger den Gottesdienst gestürmt und eine Panik ausgelöst. Nun hat die Polizei das Ergebnis ihrer Ermittlungen präsentiert.

Der Vorfall, der am Karsamstagabend in der Paulskirche eine Panik ausgelöst hatte, hat keinen terroristischen Hintergrund. Zu dem Ergebnis kommt die Münchner Polizei nach Abschluss ihrer umfangreichen Ermittlungen. Der 36-Jährige, der gegen 21.30 Uhr in die Ostervesper der kroatisch-katholischen Gemeinde stürmte und mit Steinen warf, hatte keine Komplizen - auch das steht für die Polizei fest, nachdem sie mehr als hundert Zeugen persönlich angehört oder mit Äußerungsbögen befragt hat. Schnell hatten sich nach dem Vorfall Gerüchte verbreitet, die von mehreren Tätern und einem islamistischen Hintergrund wissen wollten. Über das Ergebnis ihrer Ermittlungen informierte die Polizei am Donnerstag auch kroatische Stellen - und im Internet auf Kroatisch.

Der 36-Jährige war zunächst in Haft gekommen. Dort verhielt er sich nach Polizeiangaben so auffällig, dass er von einem Sachverständigen untersucht wurde, der eine psychische Störung feststellte. Seither befindet sich der Mann mit Unterbringungsbefehl in der geschlossenen Psychiatrie.

Laut Innenministerium war der gebürtige Somalier am 21. Mai 2014 eingereist. Schon im Jahr darauf wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe verurteilt, wenig später auch wegen versuchter schwerer Brandstiftung. Acht Tage vor dem Vorfall in der Paulskirche war der Mann aus der Haft entlassen worden, er ist "vollziehbar ausreisepflichtig". Abschiebungen ins Bürgerkriegsland Somalia gibt es jedoch nur selten.