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Szymanski's Piano Bar:Getränkebegleitung zur Klaviermusik

Szymanskis Bar

Nicht jeder darf in Lindita Jähns Bar ans Klavier. Oft spielt die Wirtin selbst, manchmal gibt es auch Konzerte.

(Foto: Catherina Hess)

In "Szymanski's Piano Bar" erlebt man erstaunliche Abende mit musikalischen Highlights - dafür sorgt auch Wirtin Lindita Jähn.

Direkt neben der Eingangstür, unter einem der Fenster mit den vielen Blümentöpfen davor, steht das Klavier. Es ist schwarz, nicht mehr ganz neu, aber gepflegt und für die "Szymanski's Piano Bar" in Pasing ungefähr so wichtig wie für andere Bars die Hemdträgerdichte unter den Gästen. Denn neben ihrem Namen verdankt die "Szymanski's Piano Bar" dem Klavier auch den Charme, der den Laden von einer ganz gewöhnlichen Vorstadtkneipe unterscheidet.

In der "Szymanski's Piano Bar" finden regelmäßig Konzerte statt, mal sitzt ein einzelner Pianist am Klavier, mal unterhält eine ganze Band das Publikum. Das ist umso erstaunlicher, weil die Kneipe auf den ersten Blick nicht wie eine Musikhochburg wirkt, sondern eher so, wie man sich eine Boazn in Pasing eben vorstellt: Zigarettenautomat vor der Tür, drinnen schlichtes Holzmobiliar, zwei Spielautomaten. Doch je länger man in der "Szymanski's Piano Bar" verweilt, desto wohler fühlt man sich. Maßgeblich verantwortlich dafür ist die Wirtin: Seit 17 Jahren führt Lindita Jähn, Selbstbeschreibung "fleißig wie eine Deutsche, schön wie eine Italienerin und stark wie eine Albanerin", ihre Kneipe. Jähn hat in Albanien Klavierpädagogik studiert, und wenn gerade nicht viel los ist und kein Pianist auf dem Klavierhocker sitzt, setzt sie sich auch gerne mal selbst darauf. Im Raum wird es dann ganz still, ein paar Gäste schleichen sich aus dem Nebenzimmer nach vorne, um Jähn zuzuhören.

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Die Getränke zur musikalischen Unterhaltung sind nicht ganz günstig: Das Maxlrainer vom Fass gibt es für 4,10 Euro, Cocktails und Longdrinks liegen bei etwa zehn Euro. Der Gin Tonic kostet 9,50 Euro und wird auf Wunsch nach Art des Hauses mit Rosmarin, Limette und Gurke serviert - eine erfrischende Variante des Klassikers. Auch sonst geht die Getränkekarte über Tequila Sunrise und Cuba Libre hinaus. So hat Jähn wechselnde Saisonangebote auf der Karte, im Winter gibt es etwa einen Bier- oder Whiskey-Zimt-Likör. Alles Mischungen, die früher einmal populär waren, aber irgendwann aus der Mode gekommen sind, sagt Jähn. "Ich möchte damit Traditionen am Leben erhalten", sagt sie. Jähn selbst stammt aus Albanien, an der Wand hängt ein Bild von ihr aus den Achtzigern: in albanischer Tracht. Sie hat einen Sinn für Traditionen.

Zu Jähn kommen viele Stammgäste, manche aus der Gegend, andere aus aller Welt. Ein Professor aus New York etwa kommt bei jedem seiner München-Aufenthalte in die "Szymanski's Piano Bar", zum Reden - und wegen der Musik. Sitzt gerade niemand am Klavier, wird Balkan-Pop vom Band gespielt, mitsamt Erklärungen und Erinnerungen der Wirtin: Dieses Lied handelt von Liebeskummer, "ganz weich gesungen, das gefällt mir", jenen Song habe sie damals schon in Tirana gehört.

Gegen 23 Uhr betritt ein Mann mit Anzug und Krawatte die Bar. Er wirkt ein bisschen fehl am Platz, erst recht, als er auf die Frage, was er trinken wolle, mit "nichts, danke" antwortet. Nach einer Weile geht der Mann in Richtung Klavier und setzt sich auf den Schemel. "Wo ist das C?", fragt er grinsend. Dann legt er seine Hände auf die Tasten und beginnt dermaßen gut zu spielen, dass es in der Bar fast so still wird wie bei Jähns Auftritten. Der Mann ist als Pianist zum Vorspielen auf Probe gekommen, nicht jeder darf sich in "Szymanski's Piano Bar" einfach ans Klavier setzen. Als der Mann fertig ist, brandet Applaus auf. Die Wirtin nickt anerkennend. Der Mann hat offenbar gute Chancen, wiederkommen zu dürfen.

Adresse: Bodenseestraße 14, 81241 München, 089/82085507, Öffnungszeiten: Täglich 18 bis 5 Uhr, www.facebook.com/szymanskibar/de