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Vier neue Standorte:Parken und Radeln

Bitte umsteigen: Wolfgang Großmann und Katrin Habenschaden stellen das Pilotprojekt vor.

(Foto: Robert Haas)

An vier Standorten können Pendler nun auch aufs Bike umsatteln

Von Merle Körber, Lochhausen

Bereits Anfang der 90er-Jahre wurden rund um München Park and Ride (P+R)-Stationen errichtet. Sie sollen Pendlern die Möglichkeit bieten, mit dem Auto zu einem Bahnhof zu fahren, es dort abzustellen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter zu reisen. Nun gibt es am Lochhausener Bahnhof ein Pilotprojekt: Park and Bike.

Das Parken ist dort nicht mehr nur für die erlaubt, die danach in die Bahn umsteigen, sondern auch für jene, die sich hier auf ihren Bikersattel schwingen. "Viele Pendler würden gerne mit dem Fahrrad fahren, die ganze Strecke ist ihnen aber zu lang", weiß Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne). Nun können sie mit dem Auto bis zur P+R-Anlage Lochhausen fahren, es dort auf einem der 137 Parkplätze abstellen und anschließend ihr Fahrrad aus dem angrenzenden Unterstand holen. Durch diese Verknüpfung verschiedener Mobilitätsformen soll die Hemmschwelle sinken, das Rad zu nehmen. "Ein Ziel ist dabei auch, die Zahl der Autos in der Innenstadt zu reduzieren", verrät Habenschaden. Park und Ride unterstütze das Fahrrad als klimafreundlichstes Verkehrsmittel und sei damit ein Pfeiler des Mobilitätswandels in München.

Lochhausen-Nord ist einer von vier Standorten in München, der für den Versuch ausgewählt wurde. Parkangebote für Radler gibt es nun auch an den P+R-Anlagen Michaelibad, Westfriedhof und Studentenstadt. "Der Standort Lochhausen hat besonders viel zu bieten", findet der Geschäftsführer der P+R GmbH Wolfgang Großmann. Neben den Parkplätzen und dem Unterstand für Fahrräder gibt es hier zum Beispiel auch eine Ladestation für Elektrofahrzeuge.

Zunächst läuft eine Testphase bis Oktober. In dieser Zeit soll ermittelt werden, wie sehr das neue Angebot genutzt wird. Mithilfe der Ergebnisse eines Online-Fragebogens soll entschieden werden, ob Park and Bike eine Zukunft hat. "Wenn das hier gut funktioniert, wäre es durchaus denkbar, eine Reihe von neuen Park and Bike-Stationen zu bauen", sagt Großmann. Solche Anlagen müssten nicht einmal in der Nähe von Bahnhöfen gelegen sein, sondern könnten an Knotenpunkten entstehen, die besonders für Fahrradfahrer interessant sind.

Nutzer des neuen Park and Bike-Angebots können online auf der Website www.parkundride.de an der Umfrage teilnehmen.

© SZ vom 02.07.2020

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