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Ermittlungen:Paketzusteller soll mehrfach Sendungen unterschlagen haben

  • Ein 34 Jahre alter Paketzusteller aus München soll mehrfach Postsendungen mit wertvollem Inhalt unterschlagen und damit einen Schaden von mehr als 12 000 Euro verursacht haben.
  • Immer wieder werden Fälle bekannt, bei denen schlecht bezahlte Paketboten versuchen, sich den geringen Lohn durch Diebstahl aufzubessern.
  • Beim Polizeipräsidium München sind im vergangenen Jahr mehr als 400 Anzeigen wegen Verletzung des Briefgeheimnisses eingegangen, die sich aber nicht ausschließlich gegen Zusteller richteten.

Einen Schaden von mehr als 12 000 Euro soll ein 34 Jahre alter Paketzusteller aus München angerichtet haben, indem er immer wieder Postsendungen mit wertvollem Inhalt unterschlagen hat. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, hatte eine Anzeige im Dezember 2018 die Ermittler auf die Spur des Mannes gebracht. Damals hatte der Zustelldienst, bei dem der Mann beschäftigt war, eine Paketsendung mit einem hochwertigen Mobiltelefon vermisst. Im Zuge der Ermittlungen kam bei der Kriminalpolizei der Verdacht auf, dass der Mann auch noch für das Verschwinden weiterer Sendungen verantwortlich sein könnte, die ebenfalls wertvolle Mobiltelefone enthalten hatten.

Im Februar klingelten die für Diebstahlsdelikte zuständigen Beamten des Kommissariats 64 dann mit einem Durchsuchungsbeschluss vom Amtsrichter an der Wohnungstür des Tatverdächtigen. Sie fanden insgesamt elf Smartphones. Der 34-Jährige wurde wegen Diebstahls und der Verletzung des Fernmeldegeheimnisses angezeigt. Den Ermittlern gelang es im Anschluss, die gefundenen Telefone einzelnen Taten zuzuordnen, die bis ins Jahr 2016 zurückreichen.

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Immer wieder werden Fälle bekannt, bei denen schlecht bezahlte Paketboten versuchen, sich den geringen Lohn durch Diebstahl aufzubessern. "Im deutschen Zustellmarkt gibt es definitiv ein Problem und zwar bei allen Zustellern", sagt Klaus Gettwart, Vorstand beim Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation, der die Interessen der Kunden vertritt. Grund seien die niedrigen Löhne. Beim Polizeipräsidium München sind im vergangenen Jahr mehr als 400 Anzeigen wegen Verletzung des Briefgeheimnisses eingegangen. Diese richteten sich allerdings nicht nur gegen Zusteller, sondern beispielsweise auch gegen Nachbarn.

Die Versandunternehmen geben keine Zahlen zum Schwund heraus, weil sie einen Schaden für ihre Reputation fürchten. Ein Sprecher von Hermes bezeichnet solche Vorkommnisse als "absolute Einzelfälle". Die Deutsche Post DHL spricht ebenfalls von "seltenen Ausnahmefällen". Gleichwohl ist das Problem groß genug, dass die DHL eigens Security-Spezialisten beschäftigt. Im März hatten Mitarbeiter der Post Security einen 26-Jährigen auf frischer Tat ertappt, als er im Zustellstützpunkt 83 an der Fritz-Erler-Straße in Neuperlach Einschreiben an sich nahm. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei mehrere Tüten mit Postsendungen, darunter Reisepässe, Sozialversicherungsausweise und Zahlungskarten.

Im Jahr werden bundesweit etwa drei Milliarden Päckchen und Pakete verschickt. Die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur über Verluste und Verzögerungen haben sich in den vergangenen zwei Jahren jeweils verdoppelt.

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