Es habe sie schwer getroffen, als sie diesen Brief das erste Mal bewusst gelesen habe, sagt Maria Merz. Erhalten hat sie ihn schon 2014, es ist ein Bescheid des Versorgungsamtes. Damals habe sie die sieben Seiten abgeheftet, der Inhalt sei zu belastend gewesen. Was drin steht, habe sie erst Jahre später realisiert, als sie in einem Aktenordner etwas suchte und die sieben Seiten in Händen hielt. Das zu lesen habe sich angefühlt, als ziehe man ihr den Boden unter den Füßen weg. Es ist die Lücke in einem Gesetz, die sich für sie anfühlt wie der Sturz in ein tiefes Loch.
Missbrauch in der FamilieWenn sexuelle Übergriffe die Behörde kalt lassen
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Der Prozess um Vergewaltigungen auf einer Schultoilette findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Rolf Poss/imago imagesWeil ein Bruder sie vergewaltigt habe, beantragt eine Frau Opferentschädigung. Das Versorgungsamt lehnt ab: Gewalt habe der Täter nicht ausgeübt - und sie sei damals ja schon 16 Jahre alt gewesen.
Von Bernd Kastner
