Kritik:Jähzorn, Trauer und Versöhnung

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Beim Arienabend des Opernstudios im Cuvilliéstheater präsentieren sich Sängerinnen und Sänger mit einem breiten klassischen Spektrum.

Von Klaus Kalchschmid, München

Viele der Sängerinnen und Sänger, die sich mit Arien und Ensembles im Cuvilliéstheater präsentierten, sind seit Beginn der Spielzeit neu am Opernstudio der Bayerischen Staatsoper. Wie immer beim Arienabend war das Spektrum breit und bot, szenisch eingerichtet, einen Querschnitt durch vier Werke.

Am Beginn stand mit Georg Friedrich Händels Barockoper "Ariodante", am Ende herrlich launige, satirische Operette: Jacques Offenbachs "La belle Hélène". Dazwischen erlebte das Publikum nebeneinander Opern Rossinis und Mozarts, die zusammen die Geschichte des Grafen Almaviva und seiner Rosina erzählen. Hier im "Barbiere di Siviglia" das Kennen- und Liebenlernen, dort in "Le nozze di Figaro" die Ehekrise, der am Ende eines "tollen Tags" die allgemeine Versöhnung folgt: Yajie Zhang war im "Una voce poco fa" der Rossinischen Rosina noch voller Verve, während Eliza Boom Jahre später Mozarts Gräfin Almaviva in "Porgi amor" der Trauer über die Untreue ihres Gatten berückend schöne Töne lieh. Bariton Andrew Hamilton gab dessen Jähzorn in "Ha la vinta la causa" kerniges Format, während Theodore Platt im berühmten "Largo al factotum" des Rossinischen Barbier alle Register zog. Bassbariton Andrew Gilstrap verhöhnte als Figaro Mozarts den jungen Cherubino ("Non più andrai"), während Bassist Roman Chabaranok im "La callunia" des Don Basilio ("Barbiere") sein Credo der Verleumdung herrlich triefen ließ. Jasmin Delfs überzeugte mit sanftem Sopranglanz in der Rosenarie der Susanna, Jessica Niles wie Mezzosopran Emily Sierra mit Händel.

Der lyrische Tenor Armando Elizondo zeigte feine Buffo-Qualitäten beim Auftrittslied des Paris ("Au mont Ida - Am Berge Ida") aus Offenbachs "La belle Hélène", die Tenöre Granit Musliu und Joel Williams hatten unter anderem in geistsprühenden Ensembles ihren Auftritt. Michael Pandya musste wegen der Erkrankung von Ewa Danilewska die Klavierbegleitung aller Arien und Ensembles übernehmen, doch das gelang ihm mit ebenso viel Bravour wie Feingefühl.

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