Münchens Mitte wird neu möbliert und dezent bepflanzt. Auf dem Max-Joseph-Platz in prominenter Lage vor dem Nationaltheater beginnen dieser Tage die Bauarbeiten für eine Interimsgestaltung. Für maximal zehn Jahre soll diese bestehen und den Platz umwandeln – aus einer grauen Piazza in eine luftige, begrünte Anlage, in der Münchnerinnen und Münchner, Touristen und Touristinnen sich gerne aufhalten.
Als Erstes nehmen die Bagger die grauen Isarkiesel im Rondell des Platzes rund um das Denkmal für König Maximilian I. Joseph von Bayern in Angriff. Sie werden herausgenommen, parallel wird die Abdichtung der darunterliegenden Tiefgarage saniert. Die acht historischen Straßenlaternen werden instand gesetzt und mit LED-Technik versehen. Die Bordsteine, die das Rondell umhüllen, kommen später wieder dorthin, wo sie waren, allerdings als Umrandung von 1400 Quadratmetern Rasenfläche. Hier gibt es dann Bänke und Stühle sowie Pflanzen in Trögen, die auch das Klima auf dem Platz verbessern sollen. Bis Dezember 2025 will das Baureferat mit den Arbeiten fertig sein.

Zuvor gab es jahrelange Diskussionen: Der temporäre Umbau zur grünen Ausgleichsoase wurde nötig, weil der Marienhof wegen der Arbeiten für die zweite Stammstrecke noch lange eine staubige Baustelle bleiben wird. Auch die Fußgänger bekommen mehr Platz – denn die Zufahrt zur Operngarage wird deutlich schmaler werden.
Hofarchitekt Leo von Klenze hatte den Platz vor der Oper um 1820 nach dem Vorbild der Piazza del Campidoglio in Rom gestaltet. Die Pflastersteine haben schon viel gesehen: Einst holperten Kutschen darüber, mitunter parkten hier Autokolonnen vor eindrucksvoller Kulisse – nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit dem Bau einer Autogarage begonnen, die 1964 mit 500 Stellplätzen eröffnete. Diese wird gerade saniert. Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer jedenfalls sieht in der Interimsgestaltung des Max-Joseph-Platzes eine Chance, „seinen Charme neu zu entdecken und die faszinierende umgebende historische Bausubstanz auch vom Platz selbst aus auf sich wirken zu lassen“.

